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Old 07-10-2010 (11:07 PM)
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Aufgrund von Überlänge muss ich meinen Fanfic leider in mehrere Stücke teilen, mal schauen ob es klappt.


Mein Herz schlägt nur für dich



Es war ein warmer Samstagmorgen in Azuria City. Auf den Straßen war es ruhig und Alle schliefen friedlich. Alle?! Nein, ein kleines Hoothoot, welches sich auf dem Ast einer Alten Eiche befand, leistete erbitterten Widerstand gegen die Müdigkeit. Der große Laubbaum stand im Garten eines Einfamilienhauses an dessen Klingel „Fam. Ketchum“ zu lesen war. Im untersten Geschoss des Hauses befand sich u.a. das Schlafzimmer, in dem Ash und Misty, friedlich schlafend, im Ehebett lagen. Doch nicht mehr lange, denn in diesem Moment kam das Hoothoot und setzte sich auf die Fensterbank an das offene Fenster. Als das Vogelpokémon die beiden sah verdrehte es seinen Kopf und brachte ein lautes „Hoothoot“ hervor.
Dieses Geräusch hatte Ash munter gemacht, er öffnete die Augen und schnellte erschrocken nach oben. Da er direkt neben dem Fenster schlief, konnte er nun in die rot leuchtenden Augen des Hoothoot schauen, welche sich einen halben Meter vor ihm befanden. Wer von beiden dabei allerdings mehr erschrak ist ungeklärt. Das Vogelpokémon ergriff jedenfalls unter aufgeregtem Flügelschlag die Flucht und auch Ash war der Schock noch deutlich anzusehen. Mittlerweile war auch Misty von diesem Lärm munter geworden.
„Ash was ist denn hier los?“ murmelte sie noch völlig verschlafen.
„Nur ein durchgeknalltes Hoothoot, sonst nichts weiter, schlaf einfach weiter. Ich werde das auch tun.“
Sanft legt er seinen Arm um Misty, die sich mit dem Rücken zu ihm gedreht hatte. Mit seinem Mund ging er bis auf ein paar Zentimeter an ihr Ohr heran, um dann 3 Worte in dieses zu flüstern, nämlich: „Ich liebe Dich!“.
Daraufhin begann Misty zu lächeln und an alte Zeiten zu denken.
‚Es ist wie damals, als Ash mir zum ersten Mal seine Liebe gestand. Rocko hatte uns verlassen und am nächsten Tag wollten auch wir getrennte Wege gehen. Doch an diesem Abend waren wir ungewöhnlich lange auf und Ash machte den Vorschlag noch einmal nach draußen zu gehen. Da lagen wir nun nebeneinander in der Wiese und es verging eine halbe Ewigkeit. Ich weiß noch genau wie heftig mein Herz schlug, als Ash sich plötzlich über mich lehnte und mir sagte dass er mich liebt. Das war einfach ein unglaubliches Gefühl. In meinem ganzen Leben war ich noch nie so von Glück erfüllt gewesen. In diesem Moment hatte ich kein Smettbo im Bauch, nein es war ein riesiger Schwarm von Smettbos. Ich war so aufgeregt, dass ich es kaum schaffte ihm auf seine Worte passend zu antworten und dann folgte ein unheimlich Leidenschaftlicher aber dennoch zärtlicher Kuss. Viel zu lange hatte ich darauf warten müssen, denn ich wünschte mir schon lange eine Beziehung zu Ash.
Es kommt mir so vor, als wäre es gestern gewesen, dabei ist es jetzt schon eine ganze Weile her, dass wir zusammen kamen. Doch auch heute fühl ich mich in seinen Armen immer noch so geborgen wie damals. Und damals ist auf den Tag genau 5 Jahre her, ob er wohl daran denkt? Na ja, wie ich ihn kenne, wird er das wohl kaum tun, wäre jedenfalls typisch für ihn.’
Bei dem letzten Gedanken musste Misty grinsen, denn dies würde tatsächlich zu „Ihrem“ Ash passen, der doch gerne mal so etwas vergas.
„Sag mal Misty warum Grinst du denn so?“ Fragte Ash, etwas neugierig.
„Ach nichts.“
„Erzähl doch nicht, man Grinst doch nicht einfach so vor sich hin ohne einen Grund zu haben. Heckst du etwa etwas aus?“ Wird Ash etwas mürrischer.
Doch Misty sagte darauf nichts mehr, sondern sah Ash in seine schokoladenbraunen Augen um ihn dann vorsichtig zu Küssen. Da konnte Ash ihre natürlich nicht länger böse sein und erwiderte den Kuss. Mit der Zeit wurde dieser immer leidenschaftlicher und Intensiver. Ash presste Misty fest an sich und umklammerte ihren Rücken, während diese mit der Hand über seine Wange fuhr. Ash’s Hand hingegen fuhr ihr nun langsam unter das Nachthemd.
Doch dann öffnete sich plötzlich dir Tür und die beiden lösten sich blitzartig voneinander.
Von Ash war nur noch ein leises und etwas verärgertes: „Immer wenn es am schönsten ist!“ zu vernehmen, da stand auch schon ein kleines Mädchen im Zimmer. Es war 4 Jahre Alt, hieß Ashly und war die Tochter von Ash und Misty.
„Was ist denn los Ashly?“ fragte Ash immer noch etwas genervt.
„Ich kann nicht schlafen.“
„Aber warum denn nicht, es ist doch erst 6:30 Uhr und das an einem Samstag?“ Schaltete sich jetzt auch Misty ein.
„Ja habt ihr denn das Hoothoot nicht gehört, welches einen solch unglaublichen Lärm gemacht hat? Es schien etwas ziemlich furchterregendes gesehen zu haben, so laut wie es war. Armes kleines Dinge, ich wusste zu gerne was ihm eine solche Angst eingejagt hat.“
‚Na danke! So furchteinflößend bin ich nun auch wieder nicht.’ Dachte sich Ash, um seiner Tochter dann aber doch zu antworten: „Wir haben es auch gehört, spring schon rein ins Bett!“
Dies ließ sich das schwarzhaarige Mädchen nicht 2 Mal sagen. Freudestrahlend hüpfte sie unter die Bettdecke ihres Papas.
Doch auch Misty meldete sich noch einmal zu Wort: „Na komm schon rein Tim, ich weiß doch, dass du hinter der Tür stehst.“
Vorsichtig kam ein kleiner 3-jähriger Junge mit orangen Haaren zur Türe hereingetippelt und verkroch sich unter Muttis Bettdecke.
So schlief die gesamte Familie Ketchum noch einmal ein, ehe sie 10:30 Uhr von zwei auf dem Bett herumtollenden Pokémon geweckt wurden. Es waren Pickachu und Togepi!
Als Tim und Ashly aufwachten und die beiden erblickten, gab es kein halten mehr und es wurde herumgetobt was das Zeug hielt. Ash und Misty hingegen blieben im Bett liegen, wenn auch mit dem Rücken ans Bett gelehnt um das Treiben besser beobachten zu können. Wieder war es Ash der dabei seinen Arm um seine Frau legte.
„Du hast da 2 tolle Kinder zur Welt gebracht!“
„Du bist daran aber auch nicht ganz unbeteiligt.“ Grinst Misty ihn frech ins Gesicht, um dann ihren Kopf an seine Schulter zu lehnen.

Mittlerweile hatten alle Gefrühstückt und es herrschte hektisches Treiben im ganzen Haus.
„Tim wo hast du denn deinen Schalfanzug, wir müssen ihn doch noch einpacken. Ashly sind deine Spielsachen schon im Rucksack, du weißt Oma hat nicht so viele bei sich Zuhause!“
Während Misty herumwirbelte, war Ash in den Garten gegangen um mit einigen geschickten Rasierbalttattacken seines Endivies den Rasen zu stutzen. Als er gerade fertig war, kam auch schon seine Mutter Delia um die Ecke. Sie fuhr seit neustem mit einem Planwagen, vor den sie 2 von Ash’s Touros spannte umher. Direkt vor dem Gartentor legte sie dann einen Vollbremsung hin um sich anschließend gekonnt vom Wagen zu schwingen.
„Na hallo mein kleiner, wie geht’s denn?“
„Ich bin schon 23 und nicht mehr klein!“ Antwortet Ash in einem leicht säuerlichen Ton.
„Schon gut Ash, für mich bist du halt immer noch mein kleiner Junge, auch wenn du schon 2 Kinder hast. Wo sind sie denn überhaupt?“
„Sind noch drinnen, Misty packt gerade mit ihnen Alles zusammen.
Als Delia ins Haus ging, kamen sie ihr auch sofort entgegengesprungen.
„Hallo Oma, wir sind gleich soweit, Mutti bringt nur noch die Rucksäcke nach unten.“
„Na da kommt sie doch schon.“ Antwortet Delia darauf.
„Hallo Schwiegermutter!“ Gab es von Misty zur Begrüßung zu hören.
„Hallo Misty, nenn mich doch bitte weiter Delia, Schwiegermutter klingt irgendwie nach einer gemeinen, hinterhältigen Schachtel.“ Beide mussten daraufhin anfangen zu lachen.
„Wie du meinst, DELIA!“
„Sind alle soweit?“ Fragte diese jetzt in Richtung der Kinder schauend.
Von ihnen gibt es darauf nur ein lautes „JAAAAAAAAA!“ als Antwort.
„Danke, dass du dieses Wochenende mal auf die beiden aufpasst.“ Fügte Misty noch hinzu.
„Ach das ist doch kein Problem, ich verbringe doch gerne Zeit mit meinen beiden Enkeln. Außerdem weiß ich doch, dass man wenn man so Jung wie ihr ist, auch gern mal Zeit allein mit seinem Partner verbringt.“
Daraufhin begeben sich alle nach draußen, wo Ash schon wartet. Ashley und Tim umarmten noch einmal Misty, bevor ihr Vater sie auf den Wagen hievte. Anschließend kletterte auch Delia nach oben und verstaute die Rucksäcke im hinteren Teil des Wagens.
„Bis morgen ihr beiden!“ Grüßte Delia zum Abschied, als sie sich die Lenkseile schnappte.
„Ach Mutti, fahr nicht so schnell, du weißt du hast Verantwortung.“
„Du wirst deiner Mutti doch wohl nicht etwa sagen wollen wie sie zu fahren hat?! Die einzige die das darf ist Officer Rocky, die steht einfach viel zu oft an der Tempo-30-Zone in Vertania City. Wenn das so weiter geht, bin ich bald meinen Führerschein los, so viele Punkte hab ich schon in Mamoria!“
Misty winkte noch mal ihren beiden Kinder zum Abschied und dann ging die Fahrt unter quietschenden Reifen und aufgeregten Kreischen von Tim und Ashly los.
„Sie hat den Wagen noch gar nicht so lange und rast schon so herum, unglaublich!“ Regte sich Ash auf. Misty hingegen versucht ihn etwas zu beruhigen.
„Keine Angst, Delia weiß schon was sie tut. Wenn sie den Wagen fährt, geht sie halt richtig aus sich heraus, auch wenn sie das manchmal schon etwas übertreibt.“
Dann war der Wagen um die Ecke verschwunden und beide gingen in den Garten.

Als die Kinder weg waren, wollte Misty nun doch wissen ihr Mann noch daran dachte was vor 5 Jahren war:
„Sag mal Ash weißt du eigentlich was heute für ein Tag ist?“
„Natürlich weis ich das, bin ja nicht blöd. Heute ist Samstag!“ Antwortete er auf eine leicht empörte Art.
„Und weist du was heute noch ist?“
Jetzt wurde Ash etwas verlegen, sollte etwa heute noch etwas sein? Doch dann fiel es ihm ein.
„Ich muss zugeben, dass ich kurz auf dem Schlauch stand, aber jetzt weis ich worauf du hinaus willst. Heut Abend kommt das große Finale der Bassball-Meisterschaft, zwischen dem Elektek-Team und den Hansa-Toheidos! Ich bin ja so gespannt wer gewinnt, hoffentlich Caisy’s Elekteks. Sie hat einfach zu hart mit ihnen trainiert um sich jetzt noch den Sieg nehmen zu lassen, außerdem ist sie die beste Trainerin die die Elektek’s je hatten!“
Während Ash voller Begeisterung, von diesem Match erzählte, griff sich Misty weniger begeistert an den Kopf und verzog das Gesicht.
„Was ist denn Misty? Bist du etwa für die Toheidos?“ Fragte Ash etwas irritiert.
„Ich fass es nicht, ein dämliches Bassballspiel kannst du dir merken, aber dass wir heute 5 Jahre zusammen sind, spielt für dich keine Rolle. Was denkst du denn warum ich deine Mutter gebeten habe, die Kinder an diesem Wochenende zu sich zu nehmen?! Und du wirst es kaum glauben, sie wusste sofort worum es ging!“
Misty war jetzt völlig außer sich. Mit verschränkten Armen stand sie da und schaut zu Ash hinüber. Dieser antwortete verzögert und mit einem verlegenen Grinsen.
„Ach darauf wolltest du hinaus. Das hab ich natürlich nicht vergessen, hehe.“
„Natürlich nicht! Deswegen stehst du jetzt auch so verlegen da! Du hattest doch schon voriges Jahr nur daran gedacht, weil Rocko dich 3 Tage vorher darauf angesprochen hatte.“
„Na ja, vielleicht hast du mit letztem Jahr recht, aber dieses Mal ist es mir nur kurz aus dem Sinn gekommen, ehrlich. Ich hab sogar ein Gedicht geschrieben, extra für den heutigen Tag!“
„Im Ernst?“ Fragte Misty etwas ungläubig und doch auch neugierig. „Das glaub ich dir erst wenn ich es gesehen oder noch besser gehört habe!“
Vorsichtig zog Ash einen etwas zerknitterten Zettel aus seiner Jackentasche.
„Hier siehst du es schon einmal, aber ich trag es natürlich auch gerne noch vor.“
Gespannt und gleichzeitig überrascht, aufgrund des Gedichtes, schaute Misty auf Ash und wartete darauf, dass Dieser mit seinem Vortrag begann.


Mein Herz schlägt nur für dich:



Mein Herz schlug stets für mich,
doch heute schlägt’s nur noch für dich.

Gefühle waren mir völlig Fremd,
heut geb ich dafür mein letztes Hemd.

Ich ging zur Schule Tag aus Tag ein,
heut hab ich dich mein Sonnenschein.

Dann kam der Tag ich wurde Trainer,
dich traf ich ja nur wenig später.

Ich fand dich nervig und zickig gar,
heut bist du süß und wunderbar.

Schnell merkte ich, zwischen uns ist mehr,
mein Herz wurde ohne dich immer so schwer.

Dann kam der Tag wir lagen da,
unglaublich was dann mit uns geschah.

Wir küssten uns auf einer Wiese,
so schön, dass ich es heut noch genieße.

5 Jahre ist dies nun schon her,
doch keinen Tag bereu ich seit dem mehr.

Was mein Herz auch immer spricht,
mein Herz schlägt nur für dich.



Nun zog Ash ein rotes Glas-Herz aus seiner großen Hosentasche. Auf diesem war das Gedicht aufgeklebt.
„Misty streck deine Hände aus.“
Dies tat sie dann auch, völlig ergriffen und noch gar nicht richtig realisierend, was Ash da vorbereitet hatte.
„Misty… ich leg mein Herz in deine Hände, geh vorsichtig damit um, denn es braucht nicht viel um es zu zerbrechen.“
Sie nahm es, starrte es kurz an, um es dann vorsichtig bei Seite zu legen und sich an Ash zu klammern. Nun begann sie wie verrückt zu schluchzen, so dass man sie kaum noch verstand.
„Nie Niemals werde ich deinem Herzen weh tun! Ich liebe dich und daran wird sich nie etwas ändern! NIE!“
„Ich liebe dich auch Misty, aber hör bitte auf zu weinen.“
„Ich kann nicht, denn ich bin einfach zu gerührt!“
Immer fester klammerte sie sich an Ash und weinte eine Träne nach der anderen.
„Nun hör schon auf, du könntest dich nämlich auch erst einmal bei mir bedanken und dich entschuldigen, dass du es mir zugeraut hast einen solch wichtigen Tag zu vergessen.“
Als er dies gesagt hatte, grinste er Misty auch noch frech ins Gesicht. Diese lies ihn darauf hin langsam los und schaute ihn entschuldigend an.
„Hab ich mich echt noch nicht bedankt? Dann tu ich dies hiermit. Du weist mich einfach immer wieder zu überraschen Ash und deswegen Liebe ich dich so sehr, deswegen und wegen deiner unheimlich liebevollen Art!“
„Das hab ich doch gerne gemacht Misty! Ein was hätte ich aber noch… was ist mit der Entschuldigung?“
„Du bist einfach unmöglich Ash Ketchum, ich zeig dir meine Gefühle und du beharrst auf deiner Entschuldigung! ENTSCHULDIGUNG! Nun zufrieden?!“
Leicht sauer schaute sie ihn an, um sich dann von ihm abzuwenden. Jetzt war es Ash, der Misty entschuldigend ansah.
„Hey, das war doch bloß Spaß und nach 5 Jahren solltest du das auch wissen!“
Nun musste die 22-jährige anfangen zu lachen.
„Ja ich weiß doch, ich wollte dich halt auch mal veralbern. Sag mal Ash hättest du Lust eine Runde an mit an den See zu gehen? Ich hab nämlich ein kleines Picknick vorbereitet.“
Natürlich hab ich Lust! Bist du damit einverstanden, wenn wir unsere Pokémon mitnehmen?“
„Ja klar, warum auch nicht?!“
Na dann mal los.“

Langsam und Hand in Hand gingen Ash und Misty nun zum See, bis sie nach 30min ankamen. Sofort ließen die beiden ihre Pokémon heraus, so dass diese sich austoben konnten.
Während Ash damit beschäftigt war einen Wasserball zum spielen aufzublasen, bereitete Misty bereits das Essen vor. Und es sah wirklich köstlich aus, was ihren Ehemann, aufgrund von vergangenen Erfahrungen, aber noch nicht ganz überzeugen konnte.
„Kommst du Ash?! Es ist alles aufgebaut.“
Dieser kam dann auch gleich, nachdem er den aufgeblasenen Ball an Schiggy übergeben hatte.
„Also schön angerichtet hast du ja alles, lecker sieht das Essen auch aus. Mal schauen wie es schmeckt, denn es ist nicht immer alles Gold was glänzt!“
Nach dem ersten Bissen von den Reisbällchen mit einer Currysoße schaute Ash sehr verwundert. Woraufhin sich Misty ernsthafte Gedanken machte.
„Was ist denn Ash? Schmeckt es etwa nicht?“
„Machst du Witze?! Es schmeckt einfach umwerfend, wie hast du denn das so gut hinbekommen? Kochen ist doch eigentlich gar nicht deine Stärke.“
„Wie du siehst, gehört es doch zu meinen Stärken. Na ja, um ehrlich zu sein, hab ich mir ein paar Tipps von Rocko abgeholt und die scheinen ja ziemlich gut zu sein.“
„Wenn dabei immer so gutes Essen rauskommt, dann darfst du gerne öfters Rock um Hilfe bitten.“
Daraufhin mussten beide anfangen zu lachen.
Als dann alles aufgegessen und nicht einmal mehr ein Krümelchen in der Pfanne zu sehen war, so gut hatte es geschmeckt, drehten sich Misty und Ash zum Wasser. Dort gab es ein großes Wasserballmatch und zwar traten Mistys Pokémon gegen die von Ash an.
„Dir ist schon klar, dass meine Pokémon gewinnen werden.“ Gab sie selbstsicher von sich.
„Das werden wir erst einmal sehen. Meine Pokémon sind in Topform und freuen sich über jegliche Art von Abwechslung.“ Zeigte sich nun auch Ash zuversichtlich.
„Aber das Spiel findet im Wasser statt, deswegen sollten meine Wasserpokémon locker gewinnen.“
Du magst da einen kleinen Vorteil haben, aber auch ich habe 2 Wasserpokémon mit Schiggy und Karnimani im Team.“
Gab Ash fachmännisch von sich, während Misty bereits jubelte.
„Super Sterndu, das war ein klasse Tor! Siehst du Ash, ich sagte doch das deine Pokémon keine Chance haben.“
Der schwarzhaarige Junge war sichtlich verwundert über den schnellen Führungstreffer, doch wollte er deshalb keinesfalls aufgeben.
„Pah, wer zuletzt lacht, lacht am Besten! Endivie setz deinen Rankenhieb ein um die Bälle besser abwehren zu können.“
Nun war Ash wieder in seinem Element, es war zwar kein Pokémonkampf, aber dennoch gab er seinen Pokémon jede Menge Tipps und Anweisungen von der Seite.“
„Pikachu links, außen ist Korason Mutterseelen allein.“
Und so kam dann auch der Pass von Seeper auf Korason und wieder konnte keiner von Ashs Pokémon dem Gegner folgen und auch Endivie hatte keine Chance den Ball noch zu halten.
Zähne knirschend stand Ash am Ufer.
„Ich hab doch gesagt, ihr sollt besser decken!“
Misty hingegen war sichtlich zufrieden und lächelte verschmitzt.
„Na was ist los Ash? Klappt wohl nicht so wie du dir das vorgestellt hast? Macht doch nichts, ist doch nur ein Spiel … Ash?! … was machst du denn da?!“ Fragte das oranghaarige Mädchen etwas verwirrt, während sich der 22-jährige vor ihr umzog.
„Was wohl?! Ich werde meine Mannschaft natürlich unterstützen!“
Kaum hatte er es gesagt, da sprang er schon ins Wasser und auch Misty tat es ihm gleich. Derart verstärkt konnte es nun weitergehen. Das Team von Ash hatte Anstoß und so kam der Ball schnell von Karnimani zu Ash, welcher sich an Seeper und Misty vorbeischieben konnte. Als ihm jedoch Quapputzi und Sterndu den Weg versperrten, bevorzugte er den langen Pass auf Schiggy, welcher mit einer heftigen Aquaknarre den Wasserball, für Enton unhaltbar, im Tor versenkte. Sofort kamen alle Mannschaftskameraden zu dem kleinen gepanzerten Torschützen um mit ihm den Anschlusstreffer zu feiern. Nun war auch Ash wieder zu Scherzen aufgelegt.
„Na Misty, warum bist du denn einfach so stehen geblieben? Hattest du keine Lust anzugreifen oder konntest du mir nicht folgen?“
„Das ist mal wieder typisch, kaum hast du mal eine kleines Erfolgserlebnis, da tust du schon wieder so als hättest du den Sieg in der Tasche, dabei liegt ihr 2:1 hinten.“
Noch bevor das orangehaarige Mädchen ihren Satz beendet hatte, begann bereits der nächste Konter ihres Teams. Mit einem schönen Heber von Seeper auf Korason wurde das Gesamte Mittelfeld des Gegners ausgehebelt. Nun arbeitete sich Misty nach vorne, welche mit einem unheimlichen Tempo von hintern herangebraust kam. Als sie dann an allen vorbei war, kam der Pass direkt zu ihre und sie musste nur abziehen. Doch dazu kam es nicht, da sie plötzlich mit schmerzverzehrten Gesicht anhalten musste.
„Was ist denn?“ Fragte Ash besorgt und kam auf sie zugestürzt.
„Nichts weiter, ich hatte bloß auf einmal ein starkes Herzstechen, ist aber schon wieder weg.“
Doch Ash war immer noch etwas besorgt.
„Bist du dir sicher, dass alles in Ordnung ist?“
„Ja bin ich, aber ich werde jetzt trotzdem lieber erst einmal aufhören.“
„Ich denke auch, dass das die richtige Entscheidung ist.“ War nun auch Ash zufrieden gestellt.
Den Rest der Partie schaute sich Misty nun von außen an, während sie ihrem Team immer noch einige nützliche Tipps gab. So konnte ihr Pokémon dann auch am Ende einen knappen 8:7 Sieg feiern, was dem Mädchen mit dem Seitenzopf natürlich sehr gefiel.
„Sehr gut gemacht, wirklich ein hervorragender Einsatz, der auch belohnt wurde.“
Nun wandte sie sich auch noch Ash zu.
„Na wer war denn nun das bessere Team?! Da hatte ich schon mehr von dir erwartet, zumal ihr in Überzahl wart.“
„Wie sollen wir denn auch im Wasser, gegen Wasserpokémon gewinnen?“
Gab Ash mürrisch zurück. Misty lies sich jedoch den Spaß nicht nehmen und hackte noch einmal nach.
„Aber du sagtest doch selbst, dass auch in deinem Team 2 Wasserpokémon sind. Zudem hab ich noch eine Wasserratte gesehen und die schaut mir grade leicht säuerlich ins Gesicht.“
„Ach lass mich doch in Ruhe! Ihr habt gewonnen, daran kann ich jetzt auch nichts mehr ändern. Aber demnächst wird es sicherlich mal eine Revanche geben und dann wird es nicht mehr so gut für euch ausgehen. Für mich ist der Fall jetzt erledigt“ Gab sich Ash schon wieder kämpferisch.
Doch für Misty war der Fall noch lange nicht erledigt und so stichelte sie immer weiter, selbst als schon alles zusammengepackt war und sie in Richtung Wohnung aufbrachen, konnte sie nicht damit aufhören. Doch dann drehte sich Ash plötzlich zu ihr um und gab ihr einen leidenschaftlichen Kuss, der Misty letztendlich doch noch zum schweigen brachte. Denn obwohl sie nun schon 5 Jahre zusammen waren ging immer noch ein unheimlicher Zauber von Ashs Küssen aus. Sie sind einfach voller Liebe, so das Misty keine Chance hat sich ihnen zu widersetzen.
Es dauerte nicht mehr lange, da waren die beiden dann auch Zuhause angekommen. Dort verbrachten sie dann noch einen schönen romantischen Abend bei Rotwein und Kerzenschein, sowie eine angenehme Nacht ohne dass Jemand stören konnte.

Am nächsten Morgen wachte Misty gegen 10 Uhr auf. Als erstes drehte sie sich zu ihrem Ehemann um, um nachzuschauen, ob dieser schon munter war oder noch schlief. Doch zu ihrem Erstaunen erblickte sie neben sich nur eine Bettdecke und ein Kopfkissen. Wo konnte Ash nur stecken? Er schlief doch sonst immer länger als sie. Die Frage konnte allerdings sehr schnell beantwortet werden, als der schwarzhaarige Junge mit einem Tablett in der Hand zur Türe herein kam.
„Oh, Guten Morgen mein Schatz! Hast du gut geschlafen?“
„Offensichtlich besser als du, denn ich bin gerade erst aufgewacht. Warum schleppst du eigentlich ein Tablett mit dir rum?“ Fragte Misty neugierig.
„Tja Misty, ich habe uns beiden halt mal Frühstück gemacht. Da hätten wir zum einen erst einmal Tee aus Fairem Handel. Außerdem habe ich ein paar belegte Brötchen gemacht und Ei mit Schinkenwürfel angebraten. Am Ende können wir dann noch die Honigmelone probieren. Die ist Erntefrisch aus unserem Garten.“
Während Ash dies erzählte, baute er gleichzeitig das Frühstück im Ehebett der beiden auf. Man konnte ihm durchaus ansehen, dass er ein wenig Stolz auf sich selbst war, denn er hatte genau den richtigen Zeitpunkt abgepasst und Misty doch sichtlich überrascht. Als er mit dem Aufbau fertig war, schaute er seine Ehefrau freudestrahlend an, setzte sich neben ihr ins Bett und wünschte ihr einen guten Appetit.
„D…Danke, ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht, dass ein Langschläfer wie du so zeitig aufsteht, um dann Frühstück ans Bett zu bringen.“
„Hätte ich das etwa nicht tun sollen? Ehrlich gesagt wollte ich dir eigentlich eine Freude bereiten.“ In Ashs Stimme klang nun doch eine leichte Verunsicherung durch. Doch diese wurde ihm sofort von Misty genommen.
„Das hast du auch, ich freue mich sogar riesig. Denn es zeigt mir, dass du mich nach so vielen Jahren immer noch überraschen kannst. Zudem find ich diese Idee einfach unheimlich süß! Ich fühle mich gleich wie eine Königin.“
„Für mich bist du ja auch eine.“ Flüstert Ash leise, während er in Mistys errötetes Gesicht schaute.
„Na ja, eigentlich bist du für mich ehr eine Prinzessin, denn Königin klingt irgendwie nach einer alten Frau.“
Nun lief ‚Ashs Prinzessin’ noch röter an und sie konnte nur schwer Worte finden
„Oh Ash, du bist einfach unheimlich süß und so romantisch. Ich hab unheimliches Glück, dass ich dich gefunden habe, manchmal Frage ich mich ob ich dich überhaupt verdient habe.“
„Aber natürlich, du bist eine Prinzessin und Prinzessinnen brauchen nun mal einen Traumprinzen … wie MICH!“
Frech grinste er in ihr Gesicht und beide mussten anfangen zu lachen.
„So genug mit Romantik, jetzt müssen wir anfangen zu Frühstücken, sonst wird der Tee noch ganz kalt.“ Warf Ash nun ein.
„Ja du hast recht, das Ei mit Schinken lächelt mich auch schon die ganze Zeit an, ich glaube es möchte endlich gegessen werden…*schmatz*… hm, es lächelt berechtigt, ist ja echt lecker!“
„Freut mich dass es dir schmeckt.“

Nach dem ausgiebigen Frühstück, holte sich Ash noch einmal das Lob seiner Ehefrau ab, ehe er die Reste wieder auf das Tablett legte und dann in die Küche schaffte. Anschließend krabbelte er unter die Bettdecke um noch eine Runde mit Misty zu kuscheln. Es ist zwar bereits nach 11 Uhr, doch sie konnten sich das mal erlauben, denn keiner von ihnen hatte irgendwelche Verpflichtungen und so genossen sie jeden Moment.
„Es ist schon schön, dass wir mal wieder so entspannt zusammen in den Tag hinein Leben können, ohne das unsere Kinder oder Togepi uns durch laute Schreie aus dem Bett pelzen…
Wo ist eigentlich TOGEPI?“ Mit einem leicht entsetzten Blick schaut Misty sich im Schlafzimmer um, doch kann sie von ihrem Bett aus das eiförmige Pokémon nicht entdecken.
„Mach dir mal keine Sorgen, als ich aufgestanden bin, habe ich Pikachu beauftragt auf das Kleine aufzupassen.“
„Ehrlich?! Du hast ja echt an alles gedacht.“ Schnaufte Misty tief durch.
Beruhigt durch Ashs Worte lies sie sich in seine Arme zurückfallen, um sich noch ein bisschen an ihn heranzukuscheln.

Mittlerweile war es 12 Uhr und die beiden entschieden sich doch endlich mal auf zu stehen. Als sie aus dem Schlafzimmer herauskamen, jagten gerade Pikachu und Togepi um die Ecke. Das kleine Eipokémon hüpfte Misty sofort freudestrahlend in die Arme. Ash hatte es nicht so gut getroffen, denn er musste sich die bösen Blicke seines schweißgebadeten Pokémons gefallen lassen.
„Pika Pikachu!“ Brummelte Pikachu aufgebracht und gestikulierte dabei Wild.
„Ja ich weis mein alter Kumpel. Ich hätte dich nicht so lange alleine mit Togepi lassen sollen. War bestimmt ganz schön anstrengend für dich, aber du hast mir echt geholfen, also danke.“
Mit einem dies bestätigten „Pikachu“ kam das gelbe Elektropokémon nun doch zu Ash gesprungen. Nachdem die beiden Langschläfer sich endlich fertig gemacht hatten, kamen sie aus dem Bad und Ash schaute erschrocken auf die Uhr.
„Schon 12:45 Uhr! Die Kinder kommen in einer Stunde und ich wollte heute noch Blut spenden gehen. Schatz, ich mach auch gleich los, bis nachher.“
„Ja bis nachher, beim nächsten Mal komm ich dann auch wieder mit.“
„Aber nur, wenn du nicht wieder kurz vorher auf irgendeiner entfernten Insel zu einer Wasserpokémonkonferenz warst.“ Gab Ash von sich.
„Ja ja, ich werde beim nächsten Mal schon alle Kriterien erfüllen. Sag mal Ash, hab ich dich eigentlich schon mal gefragt, welche Blutgruppe du hast?“
„Nein hast du nicht!“ Antwortete Ash. „Aber falls es dich interessiert, ich habe 0 negativ.“
„Echt?! Die gleiche habe ich auch und die gibt’s auch nur ganz selten.“ Wirkte Misty etwas überrascht.
„Tja da siehst du mal wieder, dass wir etwas Besonderes sind. Neben Mann und Frau sogar noch Blutsbrüder, das ist doch was!“ Strahlte Ash das Mädchen mit den blau-grünen Augen an, woraufhin auch sie anfangen musste zu lächeln.
Dann ging Mistys Ehemann schnell zur Blutspende um rechtzeitig, bevor die Kinder kamen wieder da zu sein.

Mittlerweile waren 3 Tage vergangen und die Familie Ketchum war zum 4. Geburtstag des kleinen Maik eingeladen. Maik ist der Sohn von Maike und Drew, alten Freunden von Misty und Ash. Da sie gleich im Nachbarort Vertania City wohnten, konnte sie die kurze Strecke auch bequem zu Fuß zurücklegen. Als die Ketchums dort angekommen waren, machte das Geburtstagskind auch schon die Türe auf, sogar noch bevor sie überhaupt geklingelt hatten. Freudestrahlend stand er dann, seine Gäste erwartend, im Türrahmen. Nicht einmal zum gratulieren kamen sie, denn Maik lies die Gäste nicht zu Wort kommen.
„Wisst ihr was heute ist?“
„Nein, was denn?“ Fragte Misty nach, obwohl sie natürlich genau wusste was er meinte.
„Ich habe heute Geburtstag und werde schon 4 Jahre alt.“
„Mensch da gehörst du ja fast schon zu den Großen Maik.“ Gab Ash anerkennend von sich, dieser nickte daraufhin zustimmend mit dem Kopf.
Nun gratulierten alle der Reihe nach und schließlich überreichten sie ihm das Geschenk. Es war ein großes Päckchen in dem sich jede Menge Bausteine befanden. Welche zusammengebaut die Arena des Bändercups ergaben.
Freudestrahlend rannte Maik in die Wohnstube um seinen Eltern das Geschenk zu zeigen. Auch die Ketchums folgten ihm, um dann erst einmal alle zu Begrüßen, denn auch Rocko,
seine Frau Lisa und ihre dreijährige Tochter Josefine waren gekommen.
Während die Eltern nun begannen über alte Zeiten zu plaudern, in denen sie noch gemeinsam gereist waren, spielten die Kinder mit den Spielsachen, welche Maik bekommen hatte. Ein Spiel davon, war das Incognito-Memory, welches aufgrund der Ähnlichkeit der Karten ziemlich schwierig war. Als Misty die Karten so betrachtete, dachte sie über alte Zeiten nach.
„Oder was meinst du Misty?“ Fragte Maike.
„ …Äh was bitte? Ich hab grad über etwas nachgedacht. Schuldigung.“
„Über was denn?“ Hackte Maike etwas neugierig nach.
„Na ja, die Memorykarten erinnern mich irgendwie an eine altes Abenteuer, bei dem die Incognito die Realität verändert hatten. Das war schon ziemlich verrückt und auch nicht ganz ungefährlich.“
„Ja das war schon eine seltsame Scheinwelt damals.“ Pflichtete Rocko ihr bei und fügte noch hinzu. „Aber trotz aller Gefahren, hatte das alles doch auch etwas positives, denn ich hab
damals Lisa kennengelernt und in meinem ganzen Leben ist mir noch nie etwas Besseres passiert!“
Bei diesen Worten lief sie ganz rot an und wusste gleich gar nicht was sie sagen sollte. Aber das musste sie auch nicht, den Rocko gab ihr stattdessen einen dicken Kuss.
„Ui wie süß, das ist aber echt toll.“ Meinte Maike.
Dann übernahm Drew das Wort:
„Ich und Maike haben uns ja am Anfang überhaupt nicht verstanden, mit der Zeit wurde unser Verhältnis aber immer besser und ich hab mich in sie verliebt. Allerdings habe ich dann noch eine halbe Ewigkeit gebraucht, ehe ich mich mal überwunden habe und sie um ein Date gebeten habe.“
Daraufhin mussten alle anfangen zu lachen.
„Wer hätte das gedacht, der coole Drew hat soviel Schiss davor seine Liebe zu gestehen.“ Kommentierte nun Ash das Ganze. Doch Drew schaffte es zu Kontern und konnte noch mal einen oben drauf setzen.
„Das sagt einer, der es 6 Jahre lang nicht geschafft hat, sich seine Gefühle einzugestehen.“
Daraufhin mussten abermals alle anfangen zu lachen, nur Ash guckte etwas griesgrämig drein. Dies lag wohl daran, dass er genau wusste, dass Drew recht hatte. Und dieser hatte sogar noch einen parat.
„Auch deine Art mit Mädchen zu flirten, war schon immer etwas eigenartig. Ich mein man muss doch nicht gleich ein Fahrrad schrotten, nur weil man ein Mädchen nett findet.“
Und wieder mussten alle lachen, besonders Maike und Misty, denn sie wussten noch genau, wie sie Ash kennengelernt hatten und was dies für ihre Fahrräder bedeutete. Der schwarzhaarige Junge hingegen, wurde immer gereizter, was auch seine Frau bemerkte.
„Ach Ash, jetzt hab dich nicht so. Drew macht doch bloß Spaß und du weist doch genau, dass ich dich Liebe, weil du eben so bist, wie du bist.“
Daraufhin wurden Ashs Gesichtszüge wieder wesentlich entspannter und nun konnte auch er etwas lächeln.

„Papa, spielst du mit uns ‚Pokéball’?“ Fragte das Geburtstagskind.
„Ich und Mutti müssen jetzt das Abendbrot zubereiten, schließlich hast du dir ja was ziemlich aufwändiges gewünscht. Aber Ash, Misty Lisa und Rocko, wollen bestimmt mit euch spielen.“
Maik hatte dafür Verständnis. Während also Maike und Drew das Abendbrot zubereiteten, gingen alle anderen nach draußen. Dort wurde ein großer Kreis gezogen, in dem alle Mitspieler außer dem Werfer standen. Ziel war es möglichst schnell alle im Kreis befindlichen Personen abzuschießen. Als Wurfobjekt diente ein Ball, der wie ein Pokéball aussah. Da Maik ziemlich gut im ‚Pokéball’ war, hatte er schnell sämtliche Mitspieler ausgeschaltet. Nur bei Misty dauerte es länger. Sie war die schnellste und wendigste von Allen und deshalb kam sie auch immer wieder davon. Sie zeigte allerdings auch den nötigen Ehrgeiz und so war sie schon ziemlich aus der Puste, von den ganzen versuchen sie abzuschießen.
Doch dann brauch sie plötzlich unter einem lauten Aufschrei zusammen. Sofort rannte Ash zu ihr herüber und beugte sich über sie. Verzweifelt versuchte er mit ihr zu reden:
„Was ist denn los?“
Doch Misty antwortete nicht, stattdessen schrie sie weiter und verzog ihr Gesicht dabei.“
Nach 25 Sekunden, welche allen wie eine Ewigkeit erschienen ging es Misty wieder besser. Jetzt konnte Ash seine Frage wiederholen und auch auf eine Antwort hoffen.
„Was war denn los?“
„Nichts weiter, hatte nur wieder ein kleines Herzstechen.“
„Klein nennst du das?! Ich weis ja nicht!“
„Ach was, das war doch nichts weiter.“ Winkte sie ab.
Nun kam noch Lisa dazu.
„Hast du so etwas öfters Misty?“
„Eigentlich nicht… Na ja, vor ein paar Tagen hatte ich das schon mal, aber nicht so doll.“
„Dann würde ich dir raten, demnächst mal einen Arzt aufzusuchen, denn mit so was spaßt man nicht.“
Doch das orangehaarige Mädchen reagierte nicht auf Lisas Worte. Stattdessen wandte sie sich ihren Kindern zu, welche schon die ganze Zeit verängstigt da standen. Nach einer Weile gelang es Misty, Ashly und Tim wieder zu beruhigen. Genau in diesem Moment kam Maike in den Garten aus dem Haus. Damit alle sie verstanden rief sie laut:
„Essen ist fertig!“
Sofort rannten die Kinder ins Haus und auch Misty und Lisa folgten. Letztere zwinkerte ihrem Mann aber noch einmal kurz zu und dieser Begriff sofort was sie meinte.
Er griff nach Ashs Schulter und fing an zu reden:
„Du Ash, das war gerade ziemlich unheimlich.“
„Ich weis.“ Sagte dieser und schaute traurig nach unten.
„Du solltest mit ihr reden, sie muss zu einem Arzt gehen, vielleicht ist es etwas Ernsthaftes“
Sagte Rocko in einem eindringlichen Ton.
„Aber du hast doch selbst gesehen, dass es nicht so einfach ist mit Misty über diese Thema zu reden.“
„Probier es einfach wenn ihr Zuhause seit noch einmal, vielleicht hat sie sich bis dahin beruhigt.“
Doch Ash brachte nur ein kleines „OK“ heraus, welches seine Besorgnis aber sehr gut widerspiegelte.
„So jetzt lass uns aber erst einmal Essen gehen, ehe es kalt wird. Du weist ja Drew ist ein vorzüglicher Koch.“
Also gingen beide ins Haus, wo die anderen schon auf sie warteten. Nun konnte das Festessen beginnen und es war wirklich sehr lecker. Nachdem alle restlos satt waren, machten sich die Gäste auf den Weg Nachhause, da es schon ziemlich spät war.

Gegen 23:30 Uhr waren dann beide Kinder der Ketchums im Bett und schliefen. Ash und Misty lagen ebenfalls im Bett, doch den beiden ging noch einiges durch den Kopf.
„Misty wegen vorhin…“
„Ich möchte nicht darüber reden.“
„Aber…“
„Ich sagte, ich möchte NICHT darüber reden.“
Da Ash seine Frau auf die sanfte Art und Weise nicht erreichte, musste er nun etwas lauter werden.
„ABER WIR MÜSSEN DARÜBER REDEN! Ich mache mir nämlich Sorgen um dich.“
„Die brauchst du dir aber nicht machen, denn ich bin kerngesund!“
„Ich mach mir aber trotzdem Sorgen, weil ich dich Liebe und ich nicht will, dass dir etwas passiert. Du würdest mir einen großen Gefallen tun, wenn du dich untersuchen lassen würdest.“
„Aber ich fühle mich überhaupt nicht krank.“
„Tu es für mich, bitte!“ Sagte Ash in einem Ton, der schon fast flehend klang.
„Na wenn es dir so viel bedeutet… dann geh ich morgen zur Untersuchung. Aber du wirst sehen da ist nichts.“
„Da wäre ich sehr froh drüber. Danke!“
Ashs angespannter Gesichtsausdruck, wich einem sanften Lächeln. Er nahm Misty in den Arm und gab ihr einen liebevollen Kuss. Dann kuschelten sie sich aneinander und schliefen schließlich ein.
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  #2  
Old 07-10-2010 (11:12 PM)
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Also ging Misty am nächsten Tag ins Krankenhaus, um sich einer gründlichen Untersuchung zu unterziehen. Die Daten mussten aber noch ausgewertet werden, sodass die Ergebnisse der Untersuchung erst 2 Wochen später vorlagen. Während dieser 2 Wochen kam es bei dem orangehaarigen Mädchen zu keinem weiteren Herzstechen oder anderen gesundheitlichen Problemen. So konnte Misty also beruhigt ins Krankenhaus gehen um sich ihre Untersuchungsergebnisse abzuholen. Sie gab Ash noch einen Kuss, zog sich die Schuhe an und ging los. Draußen schien die Sonne und es war herrlich warm. Die Taubsi saßen auf den Bäumen und trällerten ihr Liedchen, am Straßenrand spielten ein paar Kinder mit einem Fukano und auch sonst war alles wunderschön.

Gut gelaunt ging Misty durch die Schiebetür des Krankenhauses, geradewegs zum Sprechzimmer von Dr. Mamuto. Vorsichtig klopfte sie an der Tür.
„Herein!“ Klang eine dumpfe Stimme aus dem Inneren, woraufhin die 22-jährige das Zimmer betrat.
„Hallo Herr Mamuto, ich bin hier um meine Untersuchungsergebnisse abzuholen.“
Daraufhin verfinsterte sich die Miene des Doktors.
„Setzen sie sich nur erst einmal hin, Frau Ketchum.“
Etwas verunsichert kam Misty der Aufforderung nach und nahm gegenüber von Dr. Mamuto Platz. Dieser schlug eine Mappe auf und begann in einem sehr ernsten Ton zu reden:
„Frau Ketchum, ich muss ihnen leider eine schlechte Mitteilung machen. Sie haben Kardiomyopathie im Endstadium, eine Herzkrankheit, die mit starkem Herzstechen, Luftnot und Schlaffheit einhergeht.“
Der Schock saß, mit starrem Blick schaute Misty auf die Mappe und konnte erst nach einer Weile vorsichtig eine Frage formulieren.
„Was heißt das jetzt konkret für mich?“
„Es tut mir leid ihnen das sagen zu müssen, aber wir werden eine Herztransplantation vornehmen, andernfalls werden sie in ca. einem Monat sterben.“
Dr. Mamuto wartete auf eine Reaktion, doch Misty sagte nichts mehr, die trockenen Worte des Doktors waren einfach zu niederschmetternd, stattdessen starrte sie weiter auf die Mappe.
„Da ist noch ein Problem… es gibt derzeit kein Spenderherz, da der Spender die gleiche Blutgruppe wie sie haben muss, leider ist diese aber nicht gerade die Häufigste. Wir würden Ihnen sehr gerne helfen, uns sind aber in diesem Fall die Hände gebunden. Sobald wir ein Herz haben, werden wir ihnen aber Bescheid geben und sie umgehend operieren. In der Zwischenzeit sollten sie sich nicht all zu sehr anstrengen oder zu sehr aufregen, vermeiden sie auch jeglichen Stress… Das ist jetzt sicherlich ein ziemlicher Schock für sie, aber kann ich ihnen vielleicht noch irgendwie helfen oder haben sie noch Fragen?“
Doch wieder reagierte Misty nicht auf den Doktor.
„Na gut, falls es schlimmer wird, kommen sie bitte umgehend bei uns vorbei. Soll ich ein Taxi für sie rufen?“
Doch mehr als ein Kopfschütteln brachte das orangehaarige Mädchen nicht zu stande. Stattdessen starrte sie immer noch fassungslos auf die Mappe mit den Untersuchungsergebnissen, welche ihr jetzt von Dr. Mamuto überreicht wurde. Dann öffnete er ihr die Tür und Misty verließ wortlos das Krankenhaus. Ihr Weg führte sie wieder vorbei an den spielenden Kindern und an den zwitschernden Taubsi. Doch sie nahm das Alles gar nicht mehr wahr. Sie setzte einfach nur einen Fuß vor den anderen ohne sich irgendetwas dabei zu denken. Irgendwann betrat sie dann auch ihr Haus, wo Ash gerade mit den Kindern am Tisch saß und spielte.
„Mutti, willst du mitspielen?“ Fragte der kleine Tim.
Doch Misty ging an ihnen vorbei, dabei glitt ihr die Mappe aus der Hand und viel zu Boden. Sie schien das allerdings gar nicht zu bemerken und ging geradewegs ins Schlafzimmer.
„Papa, was ist mit Mutti?“ Wollte Ashley wissen.
„Mit Mutti?!… ähm… ich schätze sie ist etwas übermüdet. Ja genau, sie konnte diese Nacht ganz schlecht schlafen und ruht sich nun ein wenig aus. Deswegen muss ich heut auch die Hausarbeit für Misty übernehmen. Wenn ich damit fertig bin, können wir ja weiterspielen. Jetzt könnt ihr ja erst einmal ein bisschen mit Pikachu draußen spielen.“
Seine Kinder konnte Ash damit beruhigen, doch das gelbe Elektropokémon wusste genau, dass etwas nicht stimmte. Zu gut kannte es seinen Trainer nach all den Jahren. Mit einem traurigen „Pika Pikachu“ ging es an ihm vorbei, um sich dann Tim und Ashley anzuschließen, welche schon vorausgegangen waren.
„Danke Pikachu, dass du schon wieder einspringst. Du bist ein echter Freund!“
Ash betrachtete nun die Mappe, welche Misty zuvor fallen gelassen hatte. Aus dieser lugte ein weißer Zettel hervor. Der schwarzhaarige Junge zog ihn vorsichtig heraus, um ihn dann zu lesen, doch schon nach den ersten Zeilen musste er sich setzen, da seine Knie zu weich waren, um noch länger stehen bleiben zu können. Als Ash dann fertig war, legte er den Zettel wieder in die Mappe. Wirklich begreifen konnte er allerdings noch nicht, was er da gerade gelesen hatte und genau wie Misty zuvor, starrte nun auch er vor sich hin, denn es schien alles so unreal. So, als wäre alles nur ein böser Traum aus dem er gleich wieder erwachen würde. Dies ging eine ganze Weile so, bis er dann doch ins Schlafzimmer ging. Dort entdeckte er seine Frau, wie sie auf der Bettkante saß und einfach nur vor sich hinstarrte. Ash setzte sich nun neben sie und auch er starrte weiter vor sich hin. Da saßen die Beiden nun, keiner sagte ein Wort und keiner rührte sich. Die Zeit schien still zu stehen, als würde dieser Moment nie vergehen. Doch nach 10 Minuten war es Ash, welcher sich als erster rührte. Vorsichtig drehte er sich zu Misty, dann legte er seinen Arm um sie.
„Misty, ich will dich nicht verlieren… du darfst mich nicht verlassen.“
Sagte Ash in einem verzweifelten Ton. Misty hingegen rührte sich immer noch nicht. Also begann Ash erneut zu sprechen:
„Wir beide werden das gemeinsam durchstehen. Du wirst sehen, schon bald wirst du wieder vollkommen gesund sein, das verspreche ich dir!“
Nun kullerten Tränen über Ashs Gesicht und auch Misty begann zu weinen. Sie lehnte sich an Ashs Schulter und klammerte sich fest an ihn.
„Ich hab Angst, Ash! Was, wenn es kein Herz für mich geben wird? Was wird dann aus uns? Was wird aus den Kindern? ... Du musst dich gut um sie kümmern!“
Bei den letzten Worten klang in Mistys Stimme die Hoffnungslosigkeit durch.
„An so was darfst du gar nicht denken! Schon bald wirst du ein Spenderherz bekommen, man wird dich operieren und dann geht alles wieder seine gewohnten Bahnen.“
Ash nahm Mistys Gesicht in seine Hände, dann schauten sie sich in ihre tränenschweren Augen. Vorsichtig bewegten sich nun beide aufeinander zu, bis sich ihre Lippen sanft berührten. Dieser Kuss war ein ganz besonderer, denn er ließ das junge Pärchen für einen Augenblick in eine andere Welt entschweben, eine Welt ohne Sorgen und ohne Leid, in der es nur Glück und Liebe gibt!
„Ash …danke, dass du für mich da bist und mich jetzt nicht alleine lässt!“
Dieser wischte sich seine Tränen aus dem Gesicht und lächelte Misty an.
„Ich werde immer für dich da sein! Du wirst sehen, dass du nie alleine bist, denn du hast ja …MICH!“
Nun konnte auch Misty ein wenig lächeln. Doch sie suchte auch weiterhin die Geborgenheit von Ashs Armen.
„Du hast vorhin gesagt, dass wir das gemeinsam hinbekommen. Meinst du das wirklich so oder wolltest du mich nur beruhigen?“
„Natürlich meine ich das so. Ich werde nachher gleich zu Rocko gehen, denn der hat noch gute Kontakte zu einigen Krankenschwestern. Vielleicht können die uns ja weiterhelfen.“
Wieder musste Misty Lächeln.
„Ach ja, Rocko und die Mädels. Das waren noch Zeiten! Auf unseren Reisen war immer alles so schön und unbeschwert. Komisch, an was man so denkt, wenn man kurz vor dem Ende steht.“
„Jetzt hör schon auf Misty, wenn du wieder fit bist, dann machen wir wieder mal eine Reise. Die wird genauso schön wie die alten. Bloß das wir die Kinder dabei haben, was ja auch ganz nett sein kann.“
„Das wäre schön! So jetzt will ich noch ein bisschen was im Haushalt machen, das wird mich vielleicht ablenken und Ash …es ist schön dass es dich gibt!“
Daraufhin verließ sie das Zimmer und nur ihr Mann blieb nachdenklich zurück.

*brrrrrrrrrrrrrrrr*
Es klingelt an der Tür und kurz darauf öffnet ein schwarzhaariger, gut gebräunter junger Mann diese.
„Hey Ash, schön dich zu sehen! Komm doch rein!“
„Hallo Rocko, die Freude ist ganz meinerseits.“
Nun nahmen die beiden Platz und Rocko brachte erst einmal ein Bierchen vorbei.
„Prost, Ash!“
„Jo, Prost! Wo ist denn deine Familie heute?“
„Die ist die Schwiegereltern besuchen, kommt erst heute Abend im dunklen wieder.“
„Und warum bist du nicht mitgegangen?“
„Um ehrlich zu sein, komm ich mit meiner Schwiegermutter nicht klar. Die belegt mich andauernd! Es ist wirklich schlimm mit der Alten! Es geht dann immer: ‚Na Rocko. wann machst du denn mal was Richtiges? Pokémonzüchter, das ist doch keine Arbeit. Schau dir deinen Schwager an, der ist Rechtsanwalt und verdient einen Haufen Kohle.’ Auf so was hab ich heute echt keinen Bock.“
„Armer Kerl, du tust mir echt leid.“
„Aber nun zu dir, du kommst doch nicht einfach nur um mich zu bemitleiden. Du hast doch bestimmt etwas auf dem Herzen, oder?“
Ash schaute betrübt zu Boden.
„Ja, da hast recht. ‚Herzen’ trifft es sogar recht gut. Du weißt doch noch, als Misty dieses Herzstechen vor zwei Wochen auf der Geburtstagsfeier hatte. Daraufhin ist sie ja zur Untersuchung gegangen. Heute hat sie dann ihre Ergebnisse bekommen. Sie hat eine Herzkrankheit, die ich nicht mal aussprechen kann, im Endstadium!“
Ash fielen diese Worte unheimlich schwer und auch Rocko war sichtlich geschockt.
„…Das ist ja fürchterlich! Und was passiert jetzt?“
„Das ist ja das Schlimme: NICHTS!!! Sie haben kein Spenderherz mit Mistys Blutgruppe, weil 0 negativ so selten ist. Wenn sie aber kein Spenderherz bekommt, dann hat sie maximal noch einen Monat zu leben. Das sagen zumindest die Ärzte.“ Ashs Stimme wird immer blasser und betrübter.
„Hey Ash, das wird schon wieder! Dann müssen wir ihr eben helfen, wir kriegen das hin.“
Kameradschaftlich klopfte Rocko seinem alten Kumpel auf die Schulter.
„Das habe ich Misty auch gesagt, aber trotzdem habe ich Angst sie zu verlieren!“
„Das kann ich durchaus nachvollziehen, an deiner Stelle würde es mir genauso gehen und ich wüsste nicht, ob ich überhaupt so stark wie du sein könnte!“
„Meinst du?“
„Ja, das meine ich so, ich denke Misty kann froh sein, dass sie dich an ihrer Seite hat. Jetzt lass uns aber mal überlegen, wie wir ihr helfen könnten.“
„Deswegen bin ich ja hier. Ich dachte, dass du vielleicht mal bei einigen Schwester Joys nachfragen könntest, ob sie nicht vielleicht zufällig ein Spenderherz hätten, schließlich kennst du sie ja alle.“
Rockos Mine klarte sich auf.
„Das ist eine brilliante Idee! Ich habe in der Tat noch einige Kontakte aus alten Zeiten.“
„Gut Rocko, ich danke dir. Nun mach ich aber wieder los, da ich Misty nicht all zu lange alleine lassen will.“
„Geht klar Ash, richte ihr schöne Grüße aus und ich werde mich melden, wenn ich etwas erfahren habe. Tschüss erst mal.“
„Jo, Tschau.“
Ash stellte sein leeres Bier auf den Tisch und ging durch die Tür.

Die nächsten Tage vergingen ohne irgendwelche besonderen Vorkommnisse. Misty fühlte sich zwar immer etwas schlaff, aber eigentlich ging es ihr den Umständen entsprechend gut. Sie machte normal den Haushalt, kümmerte sich um die Kinder und trainierte ihre Pokémon. Ash war ganz froh, dass Misty sich so stark verhielt und versuchte deshalb das Thema Herz so gut es ging zu vermeiden und sich seine Sorgen, die mit jedem Tag größer wurden, nicht anmerken zu lassen. Auch Rocko hatte sich inzwischen gemeldet gehabt, doch leider war sein Bemühen nicht von Erfolg gekrönt und dass obwohl er nicht weniger als 136 Schwester Joys angerufen hatte. Die eine oder andere hatte tatsächlich ein Spenderherz gehabt, doch leider nicht in Mistys Blutgruppe. So mussten sie also weiter darauf hoffen, dass das Telefon klingeln würde und Dr. Mamuto vielleicht eine gute Nachricht für sie hätte.
Derweilen beschlossen die Beiden ihren Kindern erst einmal nichts von Mistys Krankheit zu erzählen, dies würde auch den Stressfaktor gering halten und Stress war das, was sie nun gar nicht gebrauchen konnte.
Erst 10 Tage nach Mistys Befund merkte sie langsam, dass sie etwas schwächer wurde. Doch eingestehen wollte sie sich dies dennoch nicht und so machte sie auch weiterhin die Hausarbeit. Ash hingegen hatte durchaus registriert, dass es seiner Frau zusehends schlechter ging und so half er ihr so viel er nur konnte. Weiterhin vermied er es aber über Mistys Krankheit zu sprechen, zu tief wäre die Wunde, die er damit aufreisen würde. Nach 2 Wochen lies es sich aber nicht mehr vermeiden. Misty stand gerade draußen und goss die Blumen, als Ash vom Pokémontraining kam.
„Hallo Misty, was gibt’s denn heute feines zum Abendbrot?“
Doch sie antwortete ihm nicht.
„Misty, ist alles in Ordnung?“
„Ja ja, schon gut.“
Doch nichts war gut, denn das orangehaarige Mädchen stand schweißgebadet und nach Luft schnappend neben der Blumenrabatte.
„Der Arzt hat dir doch gesagt, dass du dich nicht überanstrengen sollst. Geh erst mal rein und ruhe dich ein bisschen aus.“
„Mir geht es gut Ash, wirklich.“
Dann ließ sie die Gießkanne fallen und sackte auf ihre Knie.
„Ich sehe wie gut es dir geht.“
Vorsichtig schnappte er sich Misty und trug sie nach drinnen auf das Sofa, wo sie sich erst einmal ausruhen konnte.
„Wenn noch etwas ist, dann ruf mich, ich mach derweilen das Abendbrot.“

Nach einer Weile kam Ash wieder und setzte sich neben Misty, um ihr dann sanft über den Kopf zu streicheln.
„Ist das Essen fertig, Schatz?“
„Gleich, muss nur noch etwas abkühlen. Fühlst du dich wieder fit?“
„Ja, ich denke schon.“
„Du siehst auch viel besser aus als vorhin. Was hältst du davon, wenn wir heute nach dem Essen noch einen kleinen Spieleabend machen?“
„Klingt gut, du weist ja, dass ich es mag, wenn die ganze Familie etwas zusammen macht.“
„Gut, dann ist das abgemacht. Jetzt müssen wir aber erstmal essen.“

Nach dem Essen ging es dann sofort los und so wurde den ganzen Abend lang gespielt, Ashley und Tim durften sogar extra länger aufbleiben als sonst. Im „Pokémon Ärger Dich Nicht“ gewann Misty. Beim Würfeln hingegen zeigt sich Ashley von ihrer starken Seite. Das Leiterspiel konnte Tim für sich entscheiden. Mikado war dann das letzte Spiel und hier spielte Ash seine ganze Erfahrung aus und sicherte sich souverän den Sieg. Im Vordergrund stand aber nicht der Sieg, sondern der Spaß und den hatten alle. So wurde eine Menge gelacht und alle gingen zufrieden, aufgrund des schönen Abends, ins Bett.
Doch Misty konnte noch nicht schlafen und zum ersten Mal seit dem Tag ihres Befundes sprach sie offen über ihre Krankheit.
„Hey Ash, bist du schon eingeschlafen?“
„Ja, bin ich. Warum?“
Brummelte es neben ihr.
„Ich kann nicht schlafen.“
„Ja, das merkt man.“
„Ich hab es bisher versucht zu verdrängen und hab seit dem Tag, an dem ich die Untersuchungsergebnisse erhalten hatte, nicht weiter über den Tod nachgedacht. Aber jetzt wo mir die Ärzte nur noch 2 Wochen zu Leben geben, kann ich nicht mehr einfach so tun, als sei nichts...“
Ash war nun wieder hellwach und hörte Misty zu, was sie zu sagen hatte.
„…Ich mein, alles was ich mache, könnte ich zum letzten Mal gemacht haben. Vielleicht habe ich heute zum letzten Mal einen Spieleabend mit meinen Kindern erlebt. Noch fühle ich mich den Umständen entsprechend fit, aber wer weiß wie es nächste Woche aussieht… Mein Schwächeanfall heute hat mir zu denken gegeben. Bisher hatte ich gar nicht weiter darüber nachgedacht und auch nicht darüber nachdenken wollen, dass ich kein Spenderherz bekommen könnte. Aber um ehrlich zu sein, schwindet so langsam bei mir die Hoffnung, dass alles wieder gut werden wird. Ich schaff es jetzt auch irgendwie nicht mehr, diesen Gedanken zu verdrängen.“
Genauso ruhig wie Misty zuvor gesprochen hatte, antwortete ihr jetzt auch Ash.
„Ich finde es erstaunlich, dass du überhaupt so gut durchhältst, denn die meisten Anderen hätten sich sicherlich in ihrem Bett verkrochen…“
Misty musste aufgrund dieser lieben Worte lächeln.
„… Du hingegen lässt dich nicht unterkriegen und machst es damit auch mir leichter, denn um ehrlich zu sein hab auch ich die ganze Sache genau wie du versucht zu verdrängen. Ich kann mir ein Leben ohne dich auch überhaupt nicht vorstellen, denn du bist ein Teil von mir und solange auch nur eine kleine Chance besteht, dass du wieder gesund wirst, so lange werde ich daran glauben!“
„Du bist so lieb zu mir Ash. Ich will unbedingt leben, ich will mit dir alt werden und unsere Kinder groß ziehen. Vielleicht werden sie auch einmal Pokémonchampions so wie du und dann will ich an der Seite stehen und ihnen zujubeln. Ich will sehen wie Ashly und Tim groß werden und ihnen auf ihrem Weg die Liebe geben, welche ich damals nie erhalten habe.“
„Glaub mir Misty, du wirst das alles miterleben, gemeinsam werden wir das alles erleben und irgendwann haben wir dann einen Haufen Enkelkinder, welche uns besuchen, wenn wir schon längst zu alt sind, um draußen herum zu reisen.“
Sanft legte der schwarzhaarige Junge seine Arme um seine Frau.
„Du Ash, ich bin froh, dass ich dich habe. Selbst wenn ich es nicht schaffen sollte, so weiß ich doch, dass mein Leben nicht umsonst war, denn ich durfte dich kennenlernen und deine Liebe genießen. Das kann mir keiner mehr nehmen. Danke dafür!“
„Ach was, das ist doch selbstverständlich. Weißt du nicht mehr, was wir uns damals versprochen haben: ‚In guten wie in schlechten Zeiten’.“
„Ich finde es nicht selbstverständlich. Jedenfalls freue ich mich, dass du für mich da bist, da geht es mir gleich wieder viel besser. Jetzt sollten wir aber schlafen, damit wir morgen fit sind. Nacht!“
„Gute Nacht Misty.“
Während diese sofort in den Armen ihres Mannes einschlief, war es nun Ash, der noch nicht schlafen konnte und mit offenen Augen Misty anstarrte, während er sie fest umklammerte.
‚Wie macht sie das nur?! Wie kann sie nur so unheimlich stark sein?! Sie blickt dem Tod ins Auge und scheint sich überhaupt nicht zu fürchten. Und ich?! Ich hänge hier und weiß nicht wie ich ohne sie weiter machen soll. Was würde sie von mir denken, wenn sie das wüsste?! Sie wäre sicherlich enttäuscht, denn ich muss stark sein, schließlich darf sie nicht von mir verunsichert werden. Aber ich habe einfach so unheimliche Angst davor, sie könnte es doch nicht schaffen und dann stände ich hier alleine. OHNE SIE! Ohne einen Teil von mir! Den Teil von mir, der mir am wichtigsten ist!’
Vorsichtig löst sich eine Träne aus Ashs Augenwinkel und tropft auf sein Kopfkissen.
‚Sie darf mir auf keinen Fall anmerken, wie es wirklich in mir aussieht, das würde sie nur zu sehr belasten und aus der Bahn werfen. Dann würde sie wahrscheinlich unglücklich werden und womöglich eher ihren ‚Letzten Weg’ antreten als sie müsste.’
Ash schaffte es die ganze Nacht nicht mehr zu schlafen, da er über einige Dinge nachdachte. Übermüdet stand er dann dennoch am nächsten Tag mit Misty auf.
„Misty, ich will, dass du dich ab heute mal ein bisschen mehr ausruhst und einige Aufgaben einfach mir überlässt.“
„Bist du dir sicher? Was wird dann aus deinem Pokémontraining?“
„Das kann auch mal ein paar Tage ruhen. Meine Pokémon sind sowieso alle topfit und in nächster Zeit steht kein Wettkampf an.“
„Na gut, wie du meinst. Sag mal Ash, was hältst du davon, wenn wir für dieses Wochenende all unsere Freunde einladen und ein schönes Fest machen?“
„Wie bitte?! Meinst du, dass das wirklich sein muss? Du sollst dich doch schonen, schließlich könnte zuviel Stress gefährlich für deine Gesundheit sein! Außerdem wäre es doch möglich, dass du im Krankenhaus liegst, weil du deine Herztransplantation hast. Und wenn nicht… was wäre das für eine Stimmung wenn alle wüssten, dass du eventuell bald sterben könntest?“
„Wenn ich die OP bekomme, dann können wir ja immer noch alles absagen. Außerdem weiß doch keiner bis auf Rocko, dass ich krank bin, oder?“
„Nein, ich habe Rocko auch gesagt, dass er nicht einmal seiner Frau etwas sagen darf und auch bei seinen Telefonaten mit den Schwester Joys nicht erwähnen soll, für wen er das Herz braucht.“
„Siehst du, dann lass uns das machen. Ich würde es mir einfach so sehr wünschen, noch einmal in den alten Erinnerungen zu schwelgen!“
Misty schaute ihren Mann mit einem bettelnden Blick an.
„Ich hab aber Angst um dich!“
„Bitte!“
Gegen diese blau-grünen Augen konnte sich Ash einfach nicht wehren und so stimmte er letztendlich, obwohl er es eigentlich nicht wollte, zu.

Ein paar Tage später sollte die große Feier, wie es sich Misty gewünscht hatte, nun stattfinden. Schon früh am morgen hatten die Ketchums deshalb begonnen ihr ganzes Haus einschließlich des Gartens zu schmücken. Doch nicht nur Misty und Ash, sondern auch Ashley, Tim und sogar die Pokémon packten kräftig mit an.
Am Ende fanden sich überall Luftschlangen, Getränke und kleine Snacks wieder. Im Garten wurde ein Grill aufgebaut, eine lange Tafel mit etlichen Sitzmöglichkeiten hergerichtet und als besonderes Highlight hatte Misty Bilder aufgehängt. Auf diesen waren viele Freunde von Ash und Misty zu sehen, die sie auf ihrer langen Reise durch die Pokémonwelt getroffen hatten.
Kurz vor 18 Uhr trafen dann auch die ersten Gäste ein. Empfangen wurden sie an der Tür, von Misty. Während Ash bereits am Grill zu Gange war.
Für besonderes Aufsehen sorgten natürlich die alten Bilder, auf denen sich jeder irgendwo wiederfinden konnte.
„Schau mal da Misty…“ Meinte Delia Ketchum „…Das war einer von Ashs seltenen Besuchen bei mir Zuhause. Du warst kurz vorher auch gekommen und hast ihn damals ganz schön überrascht. Ich sehe noch heute seinen verwirrten Blick vor mir, irgendwie hatte ich schon damals das Gefühl, aus euch beiden könnte mal mehr als Freundschaft werden.“
„Das Gefühl hatte ich auch schon länger!“ grinste Misty.
Aus einer anderen Ecke rief Gary Ash herbei, während er ein Foto intensiv beobachtete.
„Schau mal da Ash, der Tag an dem wir unsere Pokémon bekommen haben. Das war der größte Tag, den wir bis dahin hatten und du tauchtest allen Ernstes im Schlafanzug auf! War dir das denn gar nicht peinlich?“
„Ich wollte halt so schnell es ging mein erstes Pokémon abholen.“
„Dann hättest du eher aufstehen sollen.“ Höhnte Gary.
„Sehr witzig, dass hatte ich ja auch ursprünglich vor. Schau dir lieber das Bild hier drüben an. Das war mein erster kleiner Sieg gegen dich, auch wenn es nur die Hälfte eines Pokéballs war.“
„Ja ich erinnere mich, wenn auch nicht gerne.“ Musste Gary missmutig zugeben.
Vor einem anderen Bild stand der kleine Maik.
„Du Papa, warum starrt dich Mama denn auf diesem Bild am Strand so an?“
Drew antwortete selbst etwas verwundert:
„Hm, das war damals nach dem Bändercup. Seltsam, dass ich nicht mitbekommen hatte, dass deine Mama mich schon damals so verliebt angeschaut hat.“
„Tja, du hattest halt immer nur Augen für deine Pokémon.“ Kommentierte Rocko das Ganze. „Na wenigstens lass ich mich nicht auf der Hälfte der Fotos wahlweise von Misty, Max oder Glibunkel von irgendwelchen Mädels wegziehen!“
Daraufhin mussten beide lachen, denn es gab tatsächlich einige Fotos von Rocko, auf denen er sich um das weibliche Geschlecht kümmerte. Auf den anderen war er zumeist als Koch abgebildet. Dies veranlasste ihn auch mal bei Ash am Grill vorbei zu schauen, um dort nach dem Rechten zu sehen und sich einen Grillkäse abzuholen.
Die anderen Gäste hingegen betrachteten vorerst noch ein wenig die Bilder, so standen Tracy und Professor Eich vor einigen Bildern, die ihre gemeinsame Zeit im Labor des Professors zeigten.
„Schau mal, Melody, auf dem Foto ist das Boot, welches du damals durch die Fluten gesteuert hast.“ Meinte Misty.
„Das Boot war danach ziemlich im Eimer und es hat Wochen gedauert es zu reparieren. Aber schau dir mal das Foto hier an, wie eifersüchtig du schaust, als ich Ash einen Willkommenskuss gebe.“
„Ach was, da schau ich doch nicht eifersüchtig.“ Gab das Orangehaarige Mädchen Kontra.
„Ach nein, wie schaust du dann?“
„Na ja… vielleicht ein ganz klein wenig eifersüchtig, aber wirklich nicht sehr.“
Mittlerweile hatten sich alle Gäste etwas vom Grill abgeholt und Ash konnte ihn ausglühen lassen. Er ging nun auch zu den Fotos, um sie sich mal etwas genauer anzusehen. Vor einem Bild, auf dem Misty und er im Kimono zu sehen waren, blieb er stehen.
„Na Ash, das waren Zeiten. Unser erster Tanz war schon etwas ganz besonderes!“
„Ja, das war er! Lust noch einmal zu der Musik von damals zu tanzen?“ Fragte Ash.
„Natürlich, doch leider haben wir die CD nicht.“
Vorsichtig zog ihr Mann eine CD-Hülle aus seiner Jackentasche.
„Schau mal was ich hier habe. Da sind alle Lieder drauf zu denen wir damals getanzt haben. Hab mir die CD per Eil-Arkani-Express zuschicken lassen.“
Noch ehe sich Misty versah, hatte Ash die Musik bereits eingelegt und alle begannen zu tanzen, selbst die Kleinsten, wie Ashley und Maik, taten dies.
Doch für Ash und Misty war es mehr als nur ein einfacher Tanz. Es war eine Erinnerung an alte schöne Zeiten, die es schon bald nicht mehr geben könnte.
Da jedes Fest einmal zu Ende geht, war auch das Gartenfest der Ketchums mit all ihren Freunden irgendwann zu Ende und so gingen die Gäste zufrieden nach Hause. Sie betonten noch mal, wie schön es war, mal wieder in den alten Erinnerungen zu schwelgen und verabschiedeten sich dann freudig. Nur Rocko war nicht ganz so gut gelaunt. Seine Verabschiedung war besonders herzlich, denn er wusste, dass es vielleicht seine letzte von Misty sein könnte.
Als dann alle Gäste gegangen waren, schaffte Misty die Kinder ins Bett, ehe sie Ash noch ein wenig bei den Aufräumarbeiten half. Anschließend legten sie sich auch ins Bett.
„Danke Ash!“
Verwundert drehte sich Ash zu seiner Frau: „Danke wofür?“
„Für diesen tollen Tag und dass ich noch einmal all unsere Freunde sehen durfte.“
„Sag so was nicht, die Ärzte finden bestimmt noch ein Spenderherz.“ Murmelte Ash traurig.
Dabei beließen sie es dann auch, denn sie wollten den schönen Abend nicht durch trübsinnige Gedanken ruinieren.

Am nächsten Tag hatten alle noch frei, denn es war Sonntag. Während die Kinder spielten, putzte Misty die Küche und Ash reparierte die Dusche. Plötzlich gab es einen lauten Knall, als wäre etwas auf dem Boden aufgeschlagen.
„Misty, ist etwas passiert?“ rief Ash vom Bad aus, als sie nicht antwortete probierte er es noch einmal. Doch wieder bekam er keine Antwort. Nun wurde er langsam stutzig und unterbrach seine Arbeit, um selbst nach dem Rechten zu sehen.
Als er in die Küche kam, erblickte er seine beiden Kinder, welche regungslos dastanden.
‚Was haben sie denn nun schon wieder angestellt?!’ dachte er sich, als er diese sah. Als er jedoch näher kam, stellte er fest das Tim und Ashley regungslos um Misty herum standen, welche am Boden lag. Wie versteinert blieb er stehen: ‚Oh nein! Das darf nicht wahr sein!’
Doch erstaunlich schnell hatte Ash sich wieder im Griff und den ersten Schock verarbeitet.
„Ashley und Tim, geht bitte auf euer Zimmer.“
„Aber Papa, was ist denn mit Mutti?“
„Nichts, sie schläft bloß. Geht jetzt, bitte!“
Anschließend verschwanden die beiden in ihr Zimmer und Ash konnte sich um Misty kümmern. Sein erster Griff ging an Mistys Handgelenk, um nach dem Puls zu fühlen.
„Puh… sie lebt noch! Halte durch Misty, gemeinsam schaffen wir das!“
Auch wenn sie ihn nicht hören konnte, so machte es zumindest Ash Mut, zu seiner Frau zu sprechen. Dies gab ihm auch die Sicherheit in diesem, für ihn sehr schwierigen, Moment einen kühlen Kopf zu bewahren. Schnell rief er den Krankenwagen, der dann auch wenig später eintraf. Als Ash jedoch mit einsteigen wollte, verwiesen sie ihn des Wagens.
„Herr Ketchum, es ist besser für ihre Frau, wenn sie erst einmal hier bleiben.“
„Aber ich will doch in dieser schwierigen Situation bei ihr sein.“ Stammelte er kleinlaut.
„Glauben sie mir, sie ist bei uns in besten Händen, kommen sie einfach, wenn wir die ersten Untersuchungen abgeschlossen haben.“
So musste der schwarzhaarige, junge Mann zusehen, wie der Krankenwagen mit samt seiner Frau um die nächste Kurve verschwand. Zurück blieb ein verwirrter Ash, denn auf einmal war alles so schnell gegangen und ihm blieb keine Zeit um zu realisieren, was nun eigentlich los war. Doch er durfte sich jetzt nicht hängen lassen, er musste einen klaren Kopf bewaren und genau überlegen wie er jetzt weiter zu verfahren hatte. So ging er mutig in das Kinderzimmer, wo Ashley und Tim aus dem Fenster starrten. Sie standen da und betrachteten die Straße auf der gerade der Krakenwagen davon gefahren war. Es schien so, als würden sie denken, davon könnte ihre Mutti zurückkommen.
„Hey ihr beiden, kommt mal her.“ Sagte Ash freundlich und doch ernst.
Daraufhin verließen sie ihren Platz am Fenster und setzten sich auf Ashs Schoß.
„ Wie ihr sicher mitbekommen habt, geht es euerer Mutti nicht gut. Sie ist nämlich krank und muss deswegen für eine Weile ins Krankenhaus.“ Sagte Ash so ruhig er nur konnte und hoffte sich so unangenehme Fragen zu ersparen, doch daraus wurde nichts.
„Wird sie sterben?“ Fragte Ashly indem sie ihren Papa mit den kleinen unschuldigen Augen anblickte. Und ihm fiel die Antwort auch sichtlich schwer, was sollte er ihnen denn schließlich sagen?! Die Wahrheit?! Nein, das brachte er nicht übers Herz!“
„Nein, das wird sie nicht. Mutti wird schon bald wieder gesund.“
„Das ist schön! Dann können wir ja in 4 Tagen wieder einen gemeinsamen Spielabend machen.“ meinte Tim.
Doch Ash schaute seinem Sohn mit ernsten Blick an: „So schnell wird sie auch wieder nicht gesund. Ein paar Tage braucht sie auf alle Fälle, aber wir können sie ja dann besuchen, wenn ihr wollt.“
„Au ja!“ Meinte Ashly „Da mal ich Mutti eine schönes Bild, auf dem wir alle 4 zu sehen sind.“
„Und ich male alle Wasserpokémon.“ gab der kleine Tim von sich.
Sofort gingen alle beide ans Werk, nur Ash schlich sich etwas betrübt aus dem Zimmer.
‚Was, wenn sie nun doch nicht wieder gesund wird? Was soll ich denn dann meinen Kindern sagen?! Sie lieben sie doch so sehr!’
Doch Ash hatte keine Gelegenheit noch länger darüber nachzudenken, denn aus der Ferne erklang der Schrei eines Tauboss. Sofort sprang Ash aus dem Haus um seinen alten Freund zu begrüßen. Das Vogelpokémon hatte Delia auf schnellstem Wege nach Azuria City gebracht.
„Hallo Ash, auf deinem Tauboss zu fliegen ist ja mal eine ganz neue Erfahrung, nicht schlecht.“
„Hallo Mutti, schön dass du so schnell kommen konntest und dir der Flug nicht zu stressig war.“
„Aber das ist doch kein Problem, Ash. In so einer Situation bin ich immer für dich da. Mich wundert nur, dass ihr gestern noch nicht gesagt habt, wie es eigentlich um Misty steht.“
„Es tut mir Leid, Mutti, aber sie wollte einfach noch mal die Anwesenheit all ihrer Freunde genießen und nicht einfach nur bemitleidet werden.“
„Na ja, schon gut. Du hast es ja auch nicht leicht zurzeit. Ich bin ziemlich stolz auf dich, dass du derart die Fassung bewahren kannst. Andere wären nicht so klar im Kopf.“
„Ich verstehe auch nicht, wie ich so ruhig bleiben kann, obwohl es Misty so dreckig geht. Wahrscheinlich hab ich es noch gar nicht richtig realisiert, in welcher Gefahr sie sich aktuell befindet. Da ist derzeit einfach nur ein komisches Gefühl, ich kann es eigentlich nicht richtig beschreiben, aber es fühlt sich ein wenig so an, als wäre ich in Trance.“
„Ich denke, du solltest jetzt zu ihr gehen, ich pass schon auf Tim und Ashley auf. Hier hast du noch 2 Schnitten, damit du nicht im Krankenhaus verhungerst.“
Ash nahm die Brote entgegen.
„Danke Mutti für alles, du bist die Beste!“
„Schon gut.“ Brachte sie ihm mit einem gezwungenen Lächeln entgegen.
Dann schwang sich Ash auf Tauboss: „Auf zum Krankenhaus alter Freund.“

Ash klopfte seinem Tauboss noch einmal auf die Schultern: „Danke dir, alter Kumpel.“
Dann rannte er geradewegs in die Klinik zur Rezeption.
„Hallo Schwester Joy, ich will zu Misty Ketchum. Können sie mir sagen, auf welchem Zimmer sie liegt?“ Fragte Ash aufgeregt und völlig außer Atem.
„Einen kleinen Moment… Ah, da haben wir es ja. Es tut mir leid ihnen mitteilen zu müssen, dass sie jetzt nicht zu Frau Ketchum können, da sie auf der Intensivstation liegt und absolute Ruhe braucht.“
„Aber Schwester Joy, ich muss sie sehen!“ Brachte Ash mit aufgebrachter Stimme hervor.
„Es tut mir wirklich sehr leid, aber das geht nicht. Das einzige, was ich ihnen anbieten kann, ist, dass sie sie vom Fenster aus beobachten können.“
„Und wo wäre das?“
„3. Etage, Zimmer 314.“
Sofort machte er sich auf den Weg und es dauerte eine ganze Weile, bis er das Zimmer mit der Aufschrift 314 fand. Ashs Herz begann wie verrückt zu hämmern und erst nach ein paar Sekunden, die ihm wie eine Ewigkeit erschienen, schaffte er es durchs Fenster zu schauen. Da lag sie nun, seine Frau. Bei diesem Anblick zerriss es Ash innerlich, denn das, was er da sah, war einfach zu viel. Die rothaarige junge Frau, war an etliche Schläuche und Kabel angeschlossen, als wäre sie eine Maschine, die, würde man den Strom ausschalten, ausgehen würde. Ash legte beide Hände an die Scheibe, als würde er auf diese Art und Weise Misty berühren können. Doch diese Hoffnungen blieben unerfüllt. Stattdessen musste er mit ansehen, wie seine Frau regungslos dalag und er einfach nichts machen konnte. Als er dies realisierte glitt der schwarzhaarige junge Mann langsam an der Scheibe hinab und kauerte sich schließlich davor.
‚Da liegt sie nun, alles was noch von ihr übrig geblieben scheint, ist der Herzschlag, der über den Computerbildschirm flimmert. Aber für wie lange noch?! Ich hätte nie gedacht, Misty mal in einer solchen Lage sehen zu müssen, am Leben gehalten durch ein paar Schläuche. Dabei ist sie doch noch so jung. Sie hat doch ihr ganzes Leben noch vor sich. Nun schläft sie. Vielleicht für immer?! Werde ich ihre strahlend blau-grünen Augen wohl jemals wieder sehen?! Werde ich ihre sanften Küsse noch einmal schmecken dürfen oder wird sie einfach nur noch einmal in meinen Armen liegen, während wir an einem Baum gelehnt den Ozean betrachten?! Den Ozean, der immer alles für Misty war.’
Dann wurde Ash in seinen Gedankengängen von einem Mann mit weisem Kittel unterbrochen. Es war Dr. Mamuto.
„Guten Tag Mister, sie sehen ziemlich fertig aus. Ist alles OK mit ihnen?“
„Schauen sie hinter mich durchs Fenster und fragen sie mich noch mal ob alles OK ist.“
„Dann sind sie Herr Ketchum?“
Ash nickte und richtete sich auf um Dr. Mamuto die Hand zu geben.
„Sagen sie Doktor, wie sieht es aus, schafft es meine Frau?“
Dieser antwortete in einem ruhigen ab betrübten Ton.
„Es tut mir leid ihnen das mitteilen zu müssen, aber um ihre Frau ist es nicht all zu gut bestellt. Wenn wir nicht doch noch kurzfristig ein Spenderherz erhalten sollten, besteht wenig Hoffnung für Frau Ketchum.“
„Ich verstehe, wie viel Zeit haben sie denn noch um ein Spenderherz zu finden?“
„Na sagen wir, nicht länger als 24h.“
„Wie bitte?! Wollen sie mir damit sagen, dass meine Frau nicht mal mehr 24h zu leben hat?! Das kann nicht sein! Sie müssen sich irren!“
Ash brach in Tränen aus, die er zuvor lange Zeit versuchte zu unterdrücken, doch jetzt ging es nicht mehr anders. Er blickte noch einmal durch die Scheibe und sah durch die tränenverschwommenen Augen das Mädchen, dem er die ewige Treue geschworen hatte. Noch immer lag sie unverändert, reglos und starr dort. Das war zuviel, wieder sackte er in sich zusammen. Dr. Mamuto klopfte Ash auf die Schultern und musste dann doch weiter gehen, um den nächsten Patienten zu behandeln.
Ash hingegen blieb in sich gekehrt und weinend zurück, mit dem Rücken an das Fenster gelehnt, hinter dem seine Frau gerade mit dem Tode kämpfte und es gab nichts, was der junge Kerl mit den schwarzen Haaren jetzt hätte tun können und das war es wohl, was ihn auch am meisten fertig machte.
Doch plötzlich richtete er seinen Kopf auf, seine schokobraunen Augen waren auf einmal nicht mehr verweint, sondern sprühten förmlich vor Entschlossenheit. Ash richtete sich auf ging zu der Tür, die ihn in Mistys Zimmer führte und öffnete diese auch trotz aller Verbote. Leise ging er zu ihrem Bett und nahm die Hand seiner Frau, welche auf der Bettdecke lag. Vorsichtig strich er ihr die Haare aus dem Gesicht und gab Misty einen sanften Kuss. Daraufhin rührten sie sich leicht, als ob sie Ash noch einmal etwas sagen wollten. Doch sie schaffte es nicht, stattdessen kam eine Krankenschwester ins Zimmer gerannt und schaute Ash mit bösem Blick an. Dieser wusste dass er jetzt gehen musste. Langsam glitt ihm Mistys Hand aus der eigenen. Noch einmal blickte er sich zu ihr um, bevor sich die Tür schloss. Nun schaute er noch kurz durchs Fenster, bevor er seinen Blick von ihr abwendete und das Krankenhaus verließ. Doch er ging nicht etwa voller Trauer und Betrübung, viel mehr schien er von sich selbst überzeugt zu sein.

Ash stand von seinem Schreibtisch auf, den Brief, den er gerade geschrieben hatte, steckte er in die Jackentasche und dann ging er die Treppe hinunter, hinaus in den Garten.
„Hey hallo, Tim und Ashley.“
Sofort kamen die beiden angerannt.
„Hallo Papa, wie geht es Mutti?“ wollte das 4-jährige Mädchen sofort wissen.
„Mutti wird es bald besser gehen.“ Sagte Ash etwas verlegen. Doch von seiner Unsicherheit merkten die Kinder zum Glück nichts.
Stattdessen tobten die 3 ein wenig im Garten herum, bis Ash sie in den Arm nahm und sie kräftig drückte.
„Wisst ihr was, ihr beiden seid die besten Kinder, die man sich nur wünschen kann! Ich bin so froh das ich euch habe.“
Freudig lachte ihn Tim an: „Und du bist der beste Papa, den man haben kann. Spielen wir noch einmal Papareiten?“
„Au ja!“ meinte Ashley.
Da lies Ash sich natürlich nicht 2-mal bitten und so hockte er sich hin und die beiden konnten aufsteigen. Nun begann ein wilder Ritt durch den Garten, an deren Ende Ash die beiden Kinder zur Seite purzeln lies.
„So, jetzt muss ich mal wieder nach Misty schauen.“
Noch einmal kniete Ash sich hin und umarmte die beiden.
„Grüß Mama von uns und sag ihr, dass sie schnell wieder gesund werden soll!“ brachte Ashley hervor, als Ash gerade gehen wollte.
„Das mach ich, da wird sie sich freuen.“
Abschließend überreichten sie ihm noch die Bilder, die sie für Misty gemalt hatten und dann machte sich Ash auf die Spur, doch als er schon um die Ecke herum war, erhalte noch ein Ruf: „Und von mir willst du dich wohl nicht verabschieden?“
Er schaute in 2 traurige Augen zurück. Es waren die Augen seiner Mutter.
„Aber ich bin doch gleich wieder da, Mutti.“
„Du weißt genauso gut wie ich, dass das nicht stimmt.“
„Aber warum soll das denn nicht stimmen? Ich will doch nur kurz Misty besuchen.“
„Mir kannst du nichts vormachen, schließlich bin ich deine Mutter. Ich hab in deinen Augen gesehen, was du vor hast.“
Langsam bahnte sich eine Träne durch Delias Gesicht, während sie auf ihren Sohn zuging.
„Tut mir Leid Mutti, ich wollte nicht, dass du beunruhigt bist.“
„Nicht beunruhigt?! Du holst mich hier her und ich soll nicht beunruhigt sein?!“
„Du hast ja recht, ich hätte es dir sagen müssen.“
Mittlerweile stand Delia direkt vor Ash.
„Umstimmen kann ich dich ja eh nicht, da du schon immer das getan hast, was du für richtig hieltst.“
Beim Aussprechen dieser Worte nahm Delia ihren Sohn in die Arme, während ihr weitere Tränen übers Gesicht rollten.
„Ich muss jetzt leider los Mutti. Leb wohl und danke, dass du dich um die Kinder kümmerst.“
„Tschüss mein Junge!“
Delia sah Ash noch lange nach und selbst als er schon um die Ecke der Straße gegangen war, schaute sie noch eine Zeit lang in die Richtung, in die er verschwunden war.

Kurze Zeit später traf er in einem Waldstück ein, wo bereits Rocko auf ihn wartete.
„Hey Ash, was hat das zu bedeuten, dass wir uns hier im Wald treffen?“
„Hast du noch mal bei den Schwester Joys angerufen und nach einem Spenderherz gefragt?“
„Ja habe ich, aber sei so gut und beantworte mir doch meine Frage.“ Knurrte Rocko etwas missmutig.
„Wir sind hier, weil ich dich um einen Gefallen bitten muss.“
„Aber warum treffen wir uns dann hier und nicht einfach bei dir oder bei mir Zuhause?“ fragte Rocko noch einmal nach, da er immer noch nicht verstand, was Ash nun eigentlich von ihm wollte.
„Misty ist im Krankenhaus und die Ärzte geben ihr nicht einmal mehr 20 Stunden.“
„Was?!“ Fuhr es aus Rocko heraus.
„Ja, sie ist bei der Hausarbeit zusammengebrochen und kämpft seitdem mit dem Leben.“
„Wie kannst du denn dann so ruhig bleiben, bei solchen Tatsachen?“ Fragte Rocko verwundert und auch etwas missmutig aufgrund Ashs Teilnahmslosigkeit. Doch dieser reagierte gar nicht auf ihn. Anstatt dessen zog er einen Brief und die Bilder seiner Kinder aus seiner Jackentasche und streckte diese Rocko entgegen.
„Kannst du das Misty geben?“
„Aber das kannst du doch genauso gut machen… Ash was ist das? ... Du willst doch nicht etwa?“
„Doch Rocko, ich will und muss. Ich liebe Misty einfach zu sehr, als das ich zusehen werde, wie sie stirbt.“
„Ich finde das nicht gut, Ash!“
Doch wieder ging dieser nicht auf Rockos aufgebrachte Worte ein, stattdessen wurde er etwas mürrisch.
„Kannst du ihr nun den Brief und die Bilder geben?“
„Na gib schon her.“
„Ich muss dich um noch einen Gefallen bitten. Ruf bitte in 30 Minuten im Krankenhaus an und melde ihnen, dass du einen Wanderer gefunden hast, welcher zu einem Eisklotz eingefroren ist und dann sag ihnen noch, wo sie diesen Klotz finden, nämlich genau hier.“
„Nein Ash, das kannst du nicht ernsthaft von mir verlangen. Ich werde mich ganz sicher nicht mitschuldig machen.“
„Du machst dich nicht mitschuldig. Im Gegenteil, du rettest ein Menschenleben.“
„Na ich weiß nicht.“ Meinte Rocko noch immer zögernd. Doch Ash gab nicht locker und bohrte weiter.
„Tu es für mich und für Misty! Ich werde schon bald nicht mehr sein und nun hängt es von dir ab, ob sie überlebt.“
„Bist du dir wirklich sicher, dass du dir das gut überlegt hast? Du weißt so etwas ist unwiderruflich!“
„Ja, das hab ich, ein Leben ohne Misty macht einfach keinen Sinn.“
Kopfschüttelnd sagte Rocko „Na gut, ich mach es.“
„Danke dir, ich wusste auf dich ist Verlass. Also dann, mach’s gut Rocko.“
„Jo mach’s gut, ich hoffe nur, dass sich die ganze Aktion auch für dich lohnt.“
Zum Abschied gaben sie sich noch einmal die Hand und dann verschwand Rocko und nur Ash blieb zurück.

Es vergingen einige Minuten, in denen Ash einfach nur ruhig an ein und demselben Ort verharrte. Dann Griff er sich an den Gürtel, wo normalerweise seine Pokébälle befestigt waren, doch heute war da nur ein Ball. Er schnappte ihn sich und warf ihn nach vorne:
„Firnontor, du bist dran!“
„Firnontor“
„Hör zu mein Freund, ich muss jetzt etwas von dir verlangen, was ich eigentlich nie von dir verlangen würde, wenn es nicht so enorm wichtig wäre. Du musst einen Eisstrahl auf mich einsetzen und zwar so heftig wie du nur kannst!“
Hastig schüttelte das Pokémon mit dem Kopf. Doch Ash sprach weiter vollkommen emotionslos, als würde ihn das alles gar nichts angehen.
„Ja ich weiß, dass das nicht einfach für dich ist und ich könnte es vermutlich auch nicht. Aber du musst mir dieses eine Mal noch helfen. Ich bitte dich inständig.“
Doch Firnontor schüttelte erneut mit dem Kopf.
„Bitte Firnontor, es ist die einzige Chance, dass Misty am Leben bleibt.“
Plötzlich kam ein gelbes Pokémon herangesprungen. Es war Pikachu, welches eigentlich bei den Kindern bleiben sollte, um sie ein wenig zu beruhigen. Es schien wohl zu spüren, dass sein Trainer es jetzt brauchen würde.
„Pika, Pikachu!“ schnaubte es in Richtung Firnontor, dabei gestikulierte es wild. Nach einer ganzen Weile, in denen die beiden Pokémon miteinander diskutierten, drehte sich Pikachu zu Ash um. Traurig schaute es seinen Trainer an, dabei hatte es eine Träne in den Augen. Schließlich ging es ein paar Schritte beiseite.
„Danke Pikachu! Nicht nur für jetzt, sondern für all die schönen Zeiten die wir zusammen erlebt haben. Du warst einfach immer da und du scheinst einfach immer zu wissen, wie man mir helfen kann und was das Beste für mich ist. Es gibt nichts, was uns diese schöne Zeit je nehmen kann!“ Auch Ash hatte nun eine Träne in den Augen, denn der Abschied von einem besten Freund fällt niemals leicht. Dennoch wusste der schwarzhaarige junge Mann noch immer genau was zu tun war.
„Firnontor, bist du bereit?“
Schweren Herzens nickte das Pokémon und schaute seinem Trainer, genau wie Pikachu, traurig ins Gesicht.
„Firnontor, Eisstrahl so heftig wie du nur kannst!“

Langsam öffnete Misty ihre Augen, denn das helle Licht blendete einfach zu sehr. So sah sie zunächst auch alles sehr unscharf und erst nach und nach kamen die ersten Konturen hinzu. Als es schon besser wurde, drehte sie sich zur Seite. Da war ein Bild, auf dem sehr viele Wasserpokémon zusehen waren und eins mit ihrer ganzen Familie. Hinten stand sie selbst mit Ash, der den Arm um sie legte. Davor standen Ashley und Tim. Sie freute sich sehr darüber, war aber doch etwas verwundert, denn sie hatte die Bilder noch nie gesehen.
Als Misty den Blick durchs Zimmer schweifen lies, wurde ihr so langsam klar, wo sie sich eigentlich befand. Sie war im Krankenhaus.
Dann fiel der 22-jährigen plötzlich ein junger Mann auf, welcher auf einem Stuhl in der Ecke schlief. Es war Rocko.
„Hey Rocko, wach auf!“ Rief sie ihm zu. Dieser schrak auch sofort auf. Als er Misty sah, lächelte er und ging auf sie zu.
„Du bist munter, wie schön!“
„Wie lange habe ich denn geschlafen?“
„Na so ca. 4 Tage.“
„Was, so lange?“ fragte Misty verblüfft nach.
„Ja, du hast ja auch eine anstrengende OP hinter dir.“
Nun verstand sie gar nichts mehr: „Was denn für eine OP?“
„Dein Herz war doch nicht mehr in Ordnung, deswegen bist du ja auch bewusstlos geworden…“ Nun verfinsterte sich Rockos Miene, doch er versuchte sich nichts anmerken zu lassen. „… Doch kurz bevor du für immer von uns gegangen wärst, haben die Ärzte doch noch ein Spenderherz gefunden.“
„Jetzt erinnere ich mich langsam wieder. Aber sag mal, wo ist eigentlich Ash. Nicht, dass ich mich nicht freuen würde dich zu sehen, aber eigentlich würde ich erwarten, dass er jetzt hier auf mich wartet und nicht du.“
Doch Rocko antwortete nicht, stattdessen streckte er Misty den Brief entgegen, den er von Ash erhalten hatte.
Sie öffnete ihn und zog dann ein Blatt Papier aus dem Briefkuvert heraus. Schon als sie zu lesen begann, ahnte sie nichts Gutes:

‚Hallo Misty,
wenn du diesen Brief liest, dann weißt du, dass mein größter Traum in Erfüllung gegangen ist, denn dir geht es gut! Ich freue mich, dass du die OP so gut überstanden hast, du bist halt ein starkes Mädchen…’
Schon nach den ersten Zeilen begann Mistys Herz heftig zu schlagen.
‚… Eins vornweg: Ich liebe dich wirklich über alles und nur aus diesem Grund hab ich so gehandelt wie ich es getan habe. Ein Leben ohne dich ist einfach unvorstellbar, denn du bist ein Teil von mir, ohne den ich nicht existieren könnte. Als ich diesen Teil regungslos in einem Bett, hinter einer dicken Glasscheibe gesehen habe, da ist mir klar geworden, dass ich das nicht kann. Ich kann nicht einfach ohne dich leben. Es war einfach so grausam dich regungslos daliegen zu sehen, am Leben gehalten von ein paar Schläuchen. Wenn du diesen Brief in den Händen hältst, bist du zum Glück wieder voll da, in diesem Moment liest du meine Botschaft mit deinen strahlend blau-grünen Augen. Ich würde soviel dafür geben noch einmal in sie schauen zu dürfen. Sie erinnerten mich immer an die unendlichen Weiten des Ozeans, die du ja so sehr magst.
Apropos erinnern, erinnerst du dich noch an folgendes Gedicht, welches ich dir vor kurzem geschrieben habe?

Mein Herz schlägt nur für dich:


Mein Herz schlug stets für mich,
doch heute schlägt’s nur noch für dich.

Gefühle waren mir völlig fremd,
heut geb ich dafür mein letztes Hemd.

Ich ging zur Schule Tag aus Tag ein,
heut hab ich dich, mein Sonnenschein.

Dann kam der Tag, ich wurde Trainer,
dich traf ich ja nur wenig später.

Ich fand dich nervig und zickig gar,
heut bist du süß und wunderbar.

Schnell merkte ich, zwischen uns ist mehr,
mein Herz wurde ohne dich immer so schwer.

Dann kam der Tag wir lagen da,
unglaublich, was dann mit uns geschah.

Wir küssten uns auf einer Wiese,
so schön, dass ich es heut noch genieße.

5 Jahre ist dies nun schon her,
doch keinen Tag bereu ich seit dem mehr.

Was mein Herz auch immer spricht,
mein Herz schlägt nur für dich.


Denk immer an diese Zeilen...’
In diesem Moment wurde es Misty augenblicklich klar, warum sie noch lebte. Sie legte ihre Hand auf die Brust um nach ‚Seinem’ Herzen zu fühlen. Und da war es, es schlug heftig und unbeugsam, als würde es schon immer an diesem Platz liegen. Und in gewisser Hinsicht war es ja auch so, denn sie trug Ashs Liebe nun schon eine ganze Weile in ihrem Herzen. Zum nachdenken kam Misty jetzt jedoch nicht, zu unwirklich schien ihr die Situation. Stattdessen fuhr sie damit fort den Brief zu lesen.
‚… denn wo du auch bist, ein Teil von mir ist immer bei dir. Versprich mir aber bitte eins, Trauer mir nicht all zu lange hinterher, denn das was ich getan habe, war meine freie Entscheidung. Ich weiß es schreibt sich jetzt einfacher als es ist, aber unsere Kinder brauchen dich jetzt mehr als jemals zuvor. Also sei einfach so wie immer, sei stark! Ich weiß dass du das kannst. Schließlich hast du es mir auf unseren Reisen oft genug bewiesen. Das ist ja auch einer der Gründe, warum ich dich so liebe, du bist einfach eine starke Persönlichkeit, der niemand so leicht etwas anhaben kann.
Also gut Misty, ich glaube ich bekomme gerade keinen klaren Gedanken mehr zusammen und werde jetzt mal los machen. Ich hoffe nur, dass du mich verstehen kannst, aber als ich gemerkt habe, dass die Ärzte kein Herz für dich finden würden, welches deiner Blutgruppe entspricht, musste ich mich einfach so entscheiden. Du weißt, dass ich von da oben auf dich und die Kinder aufpassen werde. Ich liebe dich über alles und denke immer daran:
MEIN HERZ SCHLÄGT NUR FÜR DICH!

Dein Ash’


Langsam ließ Misty den Brief aus ihren Fingern gleiten. Dann begann sie zu realisieren, was sie da gelesen hatte und brach in Tränen aus.
„Warum Ash, warum musstest du gehen?“
Nun wendete sie sich an Rocko: „Und warum hast du zugelassen, dass Ash jetzt Tot ist?! Schließlich wusstest du ja, was er da vor hat!“
Wütend schlug sie auf seine Brust, doch der braunhaarige junge Mann ließ dies einfach über sich ergehen, denn er konnte Mistys Verzweiflung durchaus verstehen.
„Ich hab ihn ja versucht davon abzuhalten. Aber er war so fest davon überzeugt das durchziehen zu müssen, dass ich ihn nicht davon abhalten konnte.“
Doch diese Auskunft half Misty nur wenig, weinend legte sie ihre Hände auf ihre Brust, um ihren oder besser noch SEINEN Herzschlag zu spüren.

ENDE

Folgender Clip, welcher allerdings nicht von mir erstellt wurde, passt vom Refrain her ziemlich gut zum Text und deswegen bring ich ihn hier mal noch mit an:
http://www.youtube.com/watch?v=ZoKLp...rom=PL&index=3
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